„Unglaublich, wie sich alles verändert hat!“ staunte Jürgen Huber, der „Mann fürs Grüne“ der Gemeindeverwaltung Hahnbach

Geschrieben von mma am . Veröffentlicht in Nachrichten zu Hahnbach.

Denn bei einer Recherche im Hahnbacher Gemeindearchiv entdeckte er die alten Bilder von der Vilsecker Straße

Tatsächlich lief noch 1950, vielleicht sogar bis 1960, der Hirtenbach dort offen an der Straße entlang.

Hahnbachs erster Heimatpfleger Ludwig Graf wusste noch, dass der Hirtenbach bei Schalkenthan entspringt. Dann lief er durch verschiedene Weiher und schließlich am Sportplatz vorbei.

Bis zur Kanalisation und dem Bau der Umgehungsstraße 1970 lief er oberirdisch über die Umgehungsstraße weiter in Richtung Norden bis in die Vils. Nur teilweise kanalisiert, wie unter der Hauptstraße, der B 14, hindurch, war sein Bett gleich nach dem Anwesen Platzer wieder offen.

Nachweislich waren seine Ufer sehr steil und der Bachlauf teilweise über zwei Meter tief. Dies war sicher ein enormer Vorteil bei dem schlimmen Unwetter am Bennotag, an den die Pfarrgemeinde bis jetzt alljährlich mit einem Bittgottesdienst erinnert.

Professor Hubmann, ein geborener Schalkenthaner, schrieb darüber in seiner Chronik "Markt Hahnbach"

„Das große Unwetter am 16. Juni 1812, dem Bennotag, war ein Hochgewitter welches gegen 6 Uhr abends zu wüten begann, entleerte sich in einen Wolkenbruch.

Gemauerte Brücken wurden eingestürzt, Quadersteine von 3-4 Schuh lang bis zu 200 Schritte weit fortgewälzt, namentlich wurde die außerhalb Hahnbach auf der Straße nach Gebenbach befindliche Brücke weggerissen.

Die Flut schoss in hohen Wellen zum oberen Markttor herein, das Wassermasse erreichte, ehe man sich versah, eine Höhe, dass sie Menschen bis zum Hals ging.

Noch ist im Hof des Brauereibesitzer Georg Heser in Hahnbach Haus N.25 ein Stein in die Wand gesetzt, an welchem die Wassermassen den 16. Juni 1812 durch einen Strich bezeichnet ist.“

Ein einfacher Gehweg, den rückseitigen Gebäuden der Pandurengasse entlang, die einst Hahnbachs Abgrenzung nach Osten bildeten, führte zudem an kleinen Gärten vorbei. Östlich dahinter war und ist seit der Pestepidemie von 1582/3 der Hahnbacher Friedhof.

Dort, wo sich seit 2020 das BuchHaus, die Bücherei Hahnbachs, befindet, stand lange Zeit eine Gastwirtschaft mit Metzgerei

Als man dort schlachtete, entsorgte der Hirtenbach oft sogar mehr als nur das Blut der Schlachttiere weiter in die Vils. Regelmäßig beschwerten sich verständlicherweise Anwohner über Anblick und Geruch, dem erst eine Verrohrung in den 70iger Jahren ein Ende setzte.

Fast eine Etage höher als die derzeitige Ansicht entstand dort auch die „Kranzbinderei Meier“, der späterer „Blumen Meier-Stangl“

Dieses Geschäft führt nun seit diesem September Kerstin Plößl

Wolfgang Stangl hat die junge Floristin und Gärtnerin diesen Sommer eingearbeitet. Plößl hat nun mit viel Eigenleistung den vorhandenen Verkaufspavillon renoviert und bietet dort ihren Service an.

Ausbau der Mühlstraße zur Vilsecker Straße 

An der jetzigen Kreuzung Vilseckerstraße-Mühlstraße war einst die Hausnummer 144

1880 hatte es der Hafner Opitz verkauft, bis es schließlich zum „Armenhäusl“ Hahnbachs wurde. Nach dessen Abriss war dort lange ein theoretisch verbotener Schuttplatz, der erst mit dem neuen Wegebau und der Kanalisation in den 80iger Jahren sein Ende fand. Auf der anderen Straßenseite befand sich lange einer der Schulgärten Hahnbachs.

Heute schon lange vergessen ist auch der Hobelweiher

Dieser befand sich dort, wo schon seit langem und bis heute Schrebergärten gepflegt werden. Der Hirtenbach umkreiste diesen im Osten und Norden, und floss dann in den alten Verlauf der mittlerweile ebenfalls im Zug der Flurbereinigung verlegten Vils.

Vor über 100 Jahren war am Hirtenbach, unweit des Hobelweihers, zudem sogar eine kleine unrentable Mühle und eine Töpferei. Aber auch das ist schon lange, lange her!