Alt werden Zuhause in Hahnbach

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Was Pflege bedeutet: "Mehr als satt und sauber"

Erleben Sie mit einem ZDF-Reporterteam den hektischen Alltag zweier AltenpflegerInnen, sind Sie dabei, wenn sie für ein paar Minuten am Tag Licht und Leben ins Dasein ihrer PatientInnen bringen, wenn sie Zuspruch und Nähe, Berührung und Verständnis verteilen. Wo werden sie wohl einmal landen, wenn sie alt sind? Wer wird sie einmal pflegen?

Ein halbes Jahr lang hat das ZDF-Reporterteam um Anabel Münstermann die Pflegerin Carmen und Pfleger Marcus in ihrem Alltag begleitet und daraus die eindrucksvolle Dokumentation “Mehr als satt und sauber” entstehen lassen.

Dabei geht es vor allem darum zu zeigen, was den Pflegeberuf über das Pflegerische hinaus ausmacht und mit welcher Faszination Carmen und Marcus ihrer Tätigkeit nachgehen:

Es ist die Arbeit am Menschen, die Zuwendung und Anerkennung, die sie ihren Patienten geben können und die sie auch zurück bekommen. Doch die beiden müssen auch feststellen: Nachdem sich um die pflegerischen Notwendigkeiten gekümmert wurde, lässt die knappe zeitliche Taktung das Zwischenmenschliches kaum mehr zu.

Nicht nur Pflegekräften, von denen sich möglicherweise der eine oder andere in der Dokumentation widerfinden wird, sondern auch allen anderen, die interessiert am Alltag von Pflegenden und Zupflegenden sind, können wir von der "Rechtsdepesche" und der Redaktion "awz-hahnbach.de" daher empfehlen, die Dokumentation noch bis zum 15. Januar 2019 in der ZDF-Mediathek anzusehen.

alt

Stress, harte Arbeit, wenig Geld, all das bringt viele AltenpflegerInnen oft an die Grenzen. Sie wollen sich kümmern und haben doch kaum Zeit für ihre Schützlinge. Die vorgeschriebene Minutentaktung der Pflege lässt nichts anderes zu als "satt und sauber".

Zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten

"Wir sind angewiesen, uns nur um die körperlichen Bedürfnisse zu kümmern", sagt Carmen (52) aus Erfurt. "Dabei fehlt den Patienten vor allem Nähe und Zuwendung - mehr als alles andere." Carmen arbeitet in einem Pflegeheim in Arnstadt.

"Wir sind der Lichtblick des Tages und bringen Leben in die Bude", sagt Markus (46), Altenpfleger aus Frankfurt. Trotz Belastung und schlechter Bezahlung will er nichts anderes machen.

"Ich weiß nicht, ob es die Dankbarkeit ist, die mir jeden Tag entgegengebracht wird, oder einfach das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, was mich in dem Job hält. Obwohl die Arbeit wirklich immer anstrengender wird." Markus ist bei einem mobilen Frankfurter Pflegedienst.

Oft sind die pflegebedürftigen Patienten frustriert, schwach oder verwirrt. Aber es gibt auch einige, die sich tapfer in Selbstdisziplin versuchen. Eines haben fast alle gemeinsam - sie sind einsam. Oft haben sie niemand anderen als den/die PflegerIn. Für den/die PflegerIn sind es viel zu viele Patienten, es bleibt zu wenig Zeit für den Einzelnen.

Den alten Menschen mit Respekt begegnen

Mit manchen Alten ist die Beziehung eng, so wie mit Carl (85), einem Rentner aus Bornheim. Mit ihm hat Markus früher, lange bevor er sein Patient wurde, in der Eckkneipe Fußball geguckt. Sie sind beide HSV-Fans, "da muss man zusammenhalten, hier in Frankfurt", lacht Markus. Carl ist auch einer der wenigen Patienten, die er duzt.

"Ansonsten", so Markus, "ist es wichtig, den alten Menschen mit Respekt und Würde zu begegnen, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass sie alle einmal viel geleistet haben, dass sie Persönlichkeiten sind. Kein Grund, sie anders als andere zu behandeln."

Als Carl plötzlich stirbt, nimmt Markus das richtig mit. Auch weil er sieht, dass es niemanden gibt, der sich nach dem Tod des alten Mannes um die Beerdigung kümmert. Es gibt nur entfernte Angehörige. Keiner kann oder will die Bestattung bezahlen. So bleiben Carls sterbliche Überreste im städtischen Bestattungsinstitut, solange, bis die Kostenfrage geklärt ist.

Vier Monate später hat Markus die Spur verloren, weiß nicht, ob Carl inzwischen anonym beigesetzt wurde. Er nimmt auf seine Art Abschied, besucht den Friedhof und schaut das erste Bundesliga-HSV-Spiel der Saison in der Stammkneipe an - in Gedanken an Carl.

Licht ins Dunkel bringen

Carmen versucht, jedem Patienten einen persönlichen Geburtstagswunsch zu erfüllen. Frau Neumanns größter Wunsch ist ein Friedhofsbesuch. Sie will sehen, wo sie einmal begraben sein wird, möchte die Wiese der anonymen Gräber anschauen. Ein Geburtstag auf dem Friedhof unter einem blühenden Kirschbaum.

Die alte Dame ist unendlich dankbar: Vielleicht ahnt sie, dass dies ihr letzter Geburtstag ist. Vier Monate später ist sie im Hospiz. Carmen nutzt ihren freien Tag, um sie dort zu besuchen - ein letztes Mal zum Abschied.

Anabel Münstermann über ihren Film

Trotz Gesellschaft immer einsamer

Oft sehe ich Autos von mobilen Pflegediensten vor Häusern stehen. Wen sie wohl besuchen? Wie viele Menschen leben noch in ihren Wohnungen oder Häusern und sind nicht mehr in der Lage rauszugehen?

Auch in den Heimen ist es nicht anders. Jahrelang habe ich meine Großmutter dort besucht und erlebt, wie sie trotz Gesellschaft immer einsamer wurde.

Den vielen alten, einsamen Menschen wollte ich einen Film widmen. Doch mir wurde schnell bewusst, dass niemand diesen Film würde sehen wollen.

Das Schicksal alter Menschen, Krankheit, Gebrechlichkeit – damit wollen wir uns nicht konfrontieren.

Mehr Informationen dazu unter den bereits o.g. Link im Bild!

Wir von "awz-hahnbach.de"-Redaktion sind der Meinung: "Retten wir nicht nur die Bienen sondern auch die Würde der alten, betagten, kranken Menschen und der Menschen mit Behinderung, denn auch wir werden einmal alt. Wer kümmert sich dann um uns?"

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 10. Februar 2019 um 22:11 Uhr  

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