Vilseck: Den Abschluss der Reihe „Vilsecker Stadttore“ bildet heute der Vogelturm

Geschrieben von rha am .

Vor dem großen Brand 1907 bildete der Vogelturm mit der Stadtmauer den räumlichen Abschluss der Innenstadt

Er sticht als das Wahrzeichen Vilsecks aus der Stadtbefestigung hervor, denn er wurde erst 1466 errichtet. Das hatte in erster Linie den Grund, dass nach der Anlage des Stadtweihers 1430 das alte Vilstor (Weihertor) nicht mehr von außen erreichbar, und somit unnütz geworden war. Es wurde ja auch schon 1436 zugemauert.

Die Straße, die also aus dem Bambergischen von Auerbach her kam, musste deshalb umgeleitet werden. Sie führte nun in einem Bogen um den Stadtweiher herum und durch den Vogelturm in die Stadt hinein. Auch Herrschaften, Kaufleute und Reisende, die aus westlicher Richtung über Schlicht kamen, gelangten nur durch den Vogelturm ins Stadtinnere.

Selbst das alte Obertor (Schwarze Tor) hatte durch den neugeschaffenen Zugang zur Stadt längst an Bedeutung verloren und wurde im 17. Jahrhundert aufgelassen. Der Name „Obertor“ ging zunächst auf das neue Tor, den heutigen Vogelturm, über. Der Name „Vogelturm“ entstand viel später und geht zurück auf den Nachtwächter Bartholomäus Vogel, der von 1809 bis 1883 lebte.

Zur weiteren Stadtbefestigung kam also 1466 der Vogelturm hinzu, der als Torturm in die Stadtmauer eingebaut und mit einer Zugbrücke versehen war. 1568 wurde der Turm zur Vorstadt hin um einen Vorbau erweitert. In diesem Vorbau befand sich die Türmerwohnung, in der als letzter Nachtwächter Matthias Winter lebte. Eine zweite Wohnung im Turm selbst mit Blick auf den Marktplatz bewohnten drei Generationen der Familie Ziegler.

Eine einschneidende Veränderung brachte der große Brand von 1907, der eine Lücke zwischen dem Turm und den abgebrannten Häusern hinterließ, die nicht mehr geschlossen wurde.

Das Bild zeigt den Vogelturm und das Zollhaus im Jahr 1929

Seitdem steht das Wahrzeichen der Stadt an der Nordseite frei, und es fehlt dem Marktplatz der räumliche Abschluss zur Vorstadt hin. Andererseits entstand eine größere Durchfahrt für den Verkehr.

Bis in die 1990er Jahre fuhren die Autos, die aus westlicher Richtung kamen, sogar durch das Vogeltor hinein in die Stadt. Als dies verboten wurde, herrschte in Vilseck große Aufregung, die sich jedoch nach einiger Zeit legte. Heute ist die Vogelturm-Durchfahrt nur noch Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.