Vilseck: Nach 3 Viehhändler Familien geht es heute mit dem 4. Viehhändler Franze Eschenwecker weiter
Schon früh durfte der kleine Franze mit seinem Opa Franz sen. zu den Bauern fahren. Die beiden waren ein unzertrennliches Gespann

Und wieder gab es einen neuen, jungen Franz Eschenwecker. Damals war es üblich, seinen Vornamen an eines seiner Kinder weiterzugeben. So geschehen auch im Hause Eschenwecker. Diesen jungen Franz, geb. 1964, wollen wir Franze nennen, um Verwechslungen auszuschließen.
Als Kind wurde Franze jeden Samstag mit einem Zettel zum Einkaufen geschickt. Weil die Eschenweckers damals noch keinen Metzgerladen hatten, musste der Bub die Wurst abwechselnd entweder beim Trummer oder beim Staabauern kaufen.
Mit seinem Opa Franz sen. durfte der kleine Franze auch immer mit dem Vöichauto mitfahren. Das war für beide eine große Freude, auch wenn nicht immer alles glatt ging.
Franze erzählt selber: „Da mein Opa sich immer recht lange bei den Bauern aufhielt, wollte ich nicht im Auto auf ihn warten. Ich stieg aus und erkundete den Hof, da ich an allem Interesse hatte. Das war immer sehr abenteuerlich für mich. Als Opa dann endlich nach Stunden zum Auto zurückkehrte, dachte er nicht mehr an mich und fuhr einfach los. Auf halber Strecke merkte er erst, dass er keinen Beifahrer mehr hatte. Er hatte mich schlicht und einfach vergessen und musste schleunigst umkehren, um mich wieder aufzusammeln. Das ist zweimal passiert, aber es ging immer gut aus.“
Franze war also für die Übernahme des Geschäfts vorgesehen. So begann er mit 16 Jahren in Weiden eine Metzgerlehre, die er erfolgreich abschloss. Nachdem er auch noch die Meisterprüfung abgelegt hatte, stieg er engagiert in das elterliche Unternehmen ein, das er dann im Jahr 2000 endgültig übernahm.
Er fing mit eigener Wurstproduktion an und entwickelte neue Sorten, die mit Auszeichnungen prämiert wurden. Das Hauptaugenmerk lag nun in erster Linie auf der Metzgerei. Der erste festangestellte Metzger war Reinhard Stubenvoll. Er war viele Jahre vorbildlich zum Wohle der Firma Eschenwecker tätig.
1989 gab es wieder eine Hochzeit im Hause Eschenwecker. Franze führte Monika Luber aus Freudenberg zum Traualtar. Sie beendete danach ihre Arbeit in einem Architekturbüro, erlernte den Beruf der Metzgereifachverkäuferin und stieg in das Geschäft mit ein. Das Paar konnte sich bald über drei Kinder freuen: Verena, Lisa und Stefan.
Die tüchtigen Geschäftsleute Franz und Monika Eschenwecker vor ihrem Geschäft in der Grabenstraße Vilseck

Die junge Familie wohnte bis 1996 in der Stellohe und zog dann herunter in die Grabenstraße. Hier baute man 1998 ein neues Gebäude, den jetzigen Metzgereiladen samt Küche, Kühlräumen, Sozialräumen und Büro. Vorher stand an diesem Platz eine große Scheune. Die Weichen für die Zukunft waren gestellt.
Im Jahr 2007 beschloss man, das alte Schlachthaus abzureißen und an gleicher Stelle ein neues nach EU-Vorschriften zu errichten. Während dieser Zeit wurde im Schlachthof Amberg geschlachtet. Seitdem werden in der Grabenstraße wöchentlich einmal Rinder, sowie zweimal Schweine geschlachtet, die im eigenen LKW transportiert werden.
Als sich im Jahre 2010 der Vater Franz vom Viehhandel zurückzog, trat Franze in seine Fußstapfen. Zweimal in der Woche werden nun weitere Rinder zu den Schlachthöfen nach Bayreuth oder Erlangen transportiert und auch Jungtiere von abgebenden Bauern zu einem Mastbetrieb gebracht.
„Für unseren Betrieb gibt es leider keinen familiären Nachfolger“, bedauert Franze. Und somit wird er der letzte Eschenwecker-Viehhändler gewesen sein, wobei der Metzgereibetrieb wie gewohnt weiterlaufen soll. Ein Geselle zeigt reges Interesse.
Während Franze‘s Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater gute Sänger und Liederkranz-Vorstände waren, hat sich Franze der Blasmusik verschrieben und ist im Musikverein ein exzellenter Trompeter geworden.
In den beiden vorherigen Turmblick-Ausgaben berichteten wir über drei Viehhändler-Generationen der Familie Eschenwecker: Anton, geb. 1877; Franz sen., geb. 1904 und Franz jun., geb. 1939. Heute geht es um den vierten und letzten Eschenwecker-Viehhändler.
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