Ansprache unseres Bürgermeisters Bernhard Lindner anlässlich des Neujahrsempfangs 2026
Ansprache unseres Bürgermeisters Bernhard Lindner anlässlich des Neujahrsempfangs des Marktes Hahnbach in der Aula Max-Prechtl-Grund- und Mittelschule vor rund 250 geladenen Gästen

„Zum Ende des 6. Tages im neuen Jahr 2026 und dem Feiertag Hl.-Drei-Könige heiße ich Sie alle zu unserem traditionellen und im zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Neujahrsempfang des Marktes Hahnbach herzlich willkommen. Nachdem wir – so hoffe ich – die Grippewelle über die Adventszeit und die Feiertage hinter uns gelassen haben, wünsche ich ein gesundes, glückliches und friedvolles Jahr 2026. Das Ensemble unserer Hahnbacher Marktbläser hat uns mit beschwingten Tönen darauf eingestimmt. Angesichts der Lagen um uns herum soll Freude und Schwung eine Konstante für das Jahr 2026 sein.
In Hahnbach hat das Jahr traditionell begonnen: Das Theater des Burschenvereins über den Jahreswechsel, die erste Christbaum- bzw. Bratwurstversteigerung der KLJB Ursulapoppenricht und der FF Mimbach-Mausdorf –die nächste Große von SV und TC Hahnbach steht am Samstag bevor-, das Dreikönigstreffen der KAB Hahnbach, ein mehrtägiges Schüler-Fußballturnier des SV Hahnbach in unserer Josef-Graf-Halle, die Königsproklamation des Schützenvereins Edelweiß Süß, die erste Jahreshauptversammlung einer unserer Feuerwehren, der FF Iber, und das Wintervilsschwimmen unserer Wasserwacht liegen bereits hinter uns.
Unsere Pfarreien haben die Sternsinger in die Häuser und Plätze unserer Orte entsandt.
Und wir spüren bereits, dass auch die Kommunalwahl nicht mehr weit entfernt ist, da die Kandidaten weitgehend nominiert und uns Wahlinformationen auf allen Kanälen erreichen. Das Wesen der Demokratie ist Amt auf Zeit: und so haben einige Bürgermeister und viele Räte in unserem Landkreis bewusst entschieden aufzuhören, andere wissen es erst nach dem Wahltag.
Auch ich habe entschieden, das Hahnbacher Rathaus, wo ich im Jahr 1985 als Lehrling begonnen habe, dann als Ihr Bürgermeister a.D. am 30. April 2026 zu verlassen. Ich bin jeden Tag gerne dorthin gegangen, wobei die letzten zwölf Jahre naturgemäß die Intensivsten, aber auch die Schönsten waren: denn es gibt keinen schöneren Job als Bürgermeister in Hahnbach zu sein! Der Politik bleibe ich treu, allerdings –wenn Sie es möchten– im Kreistag unseres Landkreises.
Deshalb gestatten Sie mir an dieser Stelle eine kleine Bilanz zu ziehen und folgende Frage zu stellen
Wie wird unsere Marktgemeinde wahrgenommen, was zeichnet unsere Marktgemeinde aus?
Investitionsfreundlich – in kommunale Hardware
In die Anschaffung von Investitionsgütern mit rund 4 Mio. EUR für Fahrzeuge unserer Feuerwehren und des Bauhofs:
Ich denke hier an MAN, Traktor und einen eigenen Bagger für den Bauhof und die Einsatzfahrzeuge für unsere Feuerwehren, die sich insbesondere beim Brand des Oberen Tores, der Sturzflut, bei Feldbränden und bei einem Tornado als unverzichtbar erwiesen haben.
In den Grunderwerb mit rund 6 Mio. EUR für den Ankauf von Baugebietsflächen und Immobilien zur strategischen Entwicklung:
Ich denke hier an unsere Baugebiete für junge Familien in Hahnbach und Ursulapoppenricht oder an die Erwerbe des Bosser-Anwesens als Standort für unsere Kinderkrippe, des Kindergartengebäudes St. Josef oder der Umgehungsstraße 10, in dem seit ein paar Tagen die Geschäftsstelle der AOVE untergebracht ist.
In den Hochbau mit rund 14 Mio. EUR:
Ich denke hier an unser Hallenbad, die Kinderkrippe Blumenwiese, das Gemeinschaftshaus Adlholz oder unser BuchHaus, das regelmäßig bei Fortbildungsveranstaltungen der Bibliotheksverbände als Traumbücherei gepriesen wird.
In den Tiefbau mit rund 26 Mio. EUR:
Ich denke hier an den Kraftakt Abwassererschließung des gesamten Adlholztales, Baugebietserschließungen, den Breitbandausbau und auch kleinere Maßnahmen wie z.B. die Aufwertung unserer Gockelwiese vom Hundeklo zum Spiel- und Freizeitpark für alle Generationen – Gockelwiese ist mittlerweile ein Begriff für multiple Aufenthaltsqualität und landkreisweites Vorzeigeobjekt.
Vernetzt – wir blicken über den Tellerrand
Interkommunale Zusammenarbeit wird im Hahnbacher Rathaus seit jeher großgeschrieben. Seit über 50 Jahren besteht unsere Verwaltungsgemeinschaft zusammen mit der Gemeinde Gebenbach. Seit 30 Jahren sind wir in der AOVE, mittlerweile mit fast 20 Beschäftigten die bayernweit beachtete Kooperation von neun Kommunen mit den Themen Soziales, Energie, Kultur und Nahtourismus.
Wir haben einen interkommunalen Archivar, einen interkommunalen Datenschutz- und Informationssicherheitsbeauftragten, ein interkommunales Biodiversitätskonzept und eine interkommunale Wärmeplanung.
Neuerdings sind wir mit dem Förderprojekt Aller.Land Lebensraum Goldene Straße noch stärker auf den Feldern Kunst und Kultur zusammen mit der IKOM Stiftland und der ILE Naturparkland Oberpfälzer Wald, ein Dreierverbund mit insgesamt 30 Kommunen, rund 90.000 Einwohner aus den Landkreisen Neustadt WN, Tirschenreuth und Amberg-Sulzbach unterwegs, übrigens ein Förderprojekt des Bundes und des Freistaats Bayern mit einem Volumen von 1,5 Mio EUR und einem Fördersatz von 100 Prozent.
Zur Entwicklung und zum Behalt der Wertschöpfung in der Region haben wir ausgehend von der AOVE zum 1.1.2025 ein öffentlich-rechtliches Regionalwerk mit sieben Kommen gegründet und arbeiten derzeit an einem gemeinschaftlichen Windprojekt von acht bis zwölf Windrädern samt Umspannwerk von Hahnbach über Gebenbach bis Hirschau und evt. Freudenberg.
Wir sind seit sechs Jahren auch Teil des Wirtschaftsraums Amberg, wo wir zusammen mit der kreisfreien Stadt Amberg und sechs angrenzenden Kommunen erst jüngst den Masterplan 2035 als Basis für die erfolgreiche strategische Gesamtentwicklung dieses Ballungsraums vorgestellt haben. Dieser Masterplan hat bereits bundesweite Beachtung gefunden und wird auch seitens des Freistaats Bayern durch die Regierung der Oberpfalz als verbindliche Planungsgrundlage anerkannt.
Und kurz vor Weihnachten haben wir mit dem Markt Hahnbach als Leitkommune mit insgesamt 24 Städten, Märkten und Gemeinden aus der gesamten Oberpfalz das Klimaschutznetzwerk Oberpfalz gegründet. Damit haben wir Zugriff auf geförderte Beratungsleistungen in allen regenerativen Energiethemen von rund 900.000 Euro und einer Förderung von rund 550.000,- EUR. Der Markt Hahnbach ist in all diesen Kooperationen kein Mitläufer, sondern Ideen- und Pulsgeber – eine Arbeit, die sich nicht auf den ersten Metern auszahlt, aber ein strategischer Erfolgsfaktor ist.
Bürgerschaftlich – mit einer breiten Gewerbestruktur und einer hervorragenden Ehrenamtsszene
Um diese Dinge und noch viel mehr, die ich in meinen Aufzählungen gar nicht erwähnt habe, zu ermöglichen ist natürlich das Geld einer der entscheidenden Faktoren. Geld, das von unseren Bürgerinnen und Bürgern täglich in ihren Berufen verdient wird und uns in Form der Einkommensteuerbeteiligung zufließt, übrigens unser größter Einnahmeposten im Haushalt, gefolgt von der Gewerbesteuer, die Sie, unsere Firmeninhaber mit Ihrem Fleiß, Ihrer Tatkraft und Ihrer Kreativität mit Ihren Belegschaften erwirtschaften. Ein herzliches Dankeschön dafür.
Damit dies keine Einbahnstraße sein soll, haben wir Sie gerne bei Ihren Firmenexpansionen mit Grundstücksoptionen und durch die Schaffung von Baurecht unterstützt. Und gleichzeitig –so hoffe ich– so unbürokratisch und direkt wie nur möglich.
In diesem Zusammenhang gilt der Dank gleichermaßen dem Marktgemeinderat und allen Fraktionen für seine Entschlossenheit, seine Zielstrebigkeit aber auch seinem Mut, zukunftsorientierte Entscheidungen zeitnah zu treffen. Und mit ihnen auch unserem motivierten Personal im Rathaus und in unseren Werken, diese Dinge in Umsetzung zu bringen.
Unsere Marktgemeinde zeichnet sich aber nicht nur durch Steuerzahler und Marktgemeinderat aus, sondern wird im Besonderen durch unsere vielfältige Vereinslandschaft geprägt, die Angebote für Groß und Klein, Jung und Alt in allen erdenklichen Facetten bereitstellen. Diese Leistungen unserer Ehrenamtlichen sind gesellschaftlich unbezahlbar.
Sie machen dies zusammen mit dem Grundangebot der Kommune am Ende zu einem Exzellenzangebot, das die gesamte Marktgemeinde als Wohlfühlort bereichert.
Nicht umsonst lasse ich mich zu der Aussage als Bürgermeister hinreißen, dass wir gute Bürgerinnen und Bürger haben. Und darauf dürfen Sie, liebe Vereinsverantwortliche, zurecht stolz sein, denn Sie tragen mit ihrer Arbeit erheblich dazu bei.
Lebenswert – die Insel der Glückseligen
Dieses Attribut stammt nicht von mir, sondern von unserer neuen Rektorin Petra Ligensa, die einen unverstellten Blick auf ihren neuen Einsatzort in unserer Grund- und Mittelschule hat. Ich leite daraus ab, wenn es auf die Schule zutrifft, muss es auch auf die Gemeinde zutreffen. Denn Schule ist ein sehr sensibler gesellschaftlicher und sozialer Gradmesser, da Problemstellungen dort sehr schnell in den Brennpunkt rücken.
Nachdem die Kategorie „Lebenswert“ nur durch wissenschaftliche Forschungen gemessen werden kann, versuche ich eine Verknüpfung mit handfesten Faktoren:
- wir haben viele junge Familien in unsere Orte bekommen und bieten gleichzeitig wartelistenfreie Zugänge zu Kinderbetreuung in unseren vier Kindertagesstätten;
- wir haben eine topmodern ausgestattete Schule mit Zweifachturnhalle und Hallenbad; künftig mit moderner Mensa für die Ganztagsbetreuung;w
- wir haben alle Basisversorgungsangebote für ein Kleinzentrum mit Bäcker, Metzger, Einkauf, Apotheke, Ärtzten, Physio und 16 Gaststätten;
- wir haben ein breites Vereinsangebot für Jung und Alt von Fußball, Volleyball, Tischtennis, Gymnastik, Schwimmen, Tennis, Schützen, Reiten über die Feuerwehren, Theater,Frauen, Fischer, Jäger, Jugend, Musik und Gesang bis hin zum Roten Kreuz und Kirche;
- wir haben von unserem Kulturausschuss koordinierte Veranstaltungen wie Faschingszug, Marktfest, Ferienprogramm, Seniorenprogramm und Adventsmarkt;
- wir haben ein Hallenbad nicht nur für den Schwimmunterricht unserer Schule, sondern auch als Trainingsangebot für unsere Wasserwacht und als öffentliches Bad an sechs Tagen, sogar Samstag und Sonntag mit Badeaufsicht durch die Wasserwacht Hahnbach und beheizt durch ein Biogas-BHKW
- wir haben ein dienstleistungsorientiertes Rathaus mit Öffnungszeiten auch an Brückentagen, wo uns unsere Kunden in Scharen besuchen und ihre Amtsgeschäfte erledigen;
- unsere Vereine haben im letzten Jahr Jubiläen am laufenden Band gefeiert, das größte Fest ging in Ursulapoppenricht über die Bühne;
Wir haben fünf Alleinstellungsmerkmale, auf die wir mächtig stolz sein können und die uns in dieser Kombination einzigartig machen
Unser Storch auf dem Amberger Tor
Unsere Wasserbüffel in den Vilsauen
Unsere Zillen auf der Vils
Unsere Bergfeste auf unseren Wallfahrtsbergen Frohnberg und Mausberg
"Es war mir eine Freude und eine Ehre, ihr Bürgermeister in den letzten zwölf Jahren gewesen zu sein.“
Ein Grußwort von Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz und die gemeinsam gesungene Bayernhymne schloss die Veranstaltung.
Neujahrsempfang 2026 der Marktgemeinde Hahnbach - letztmals mit Bürgermeister Bernhard Lindner
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