Sechs neue, zusätzliche Feldgeschworene gibt es nun in der Marktgemeinde Hahnbach

Bürgermeister Bernhard Lindner vereidigt die neuen Feldgeschworenen Johannes Dietrich, Andreas Wendl, Josef Wendl, Peter Gradl, Werner Berger und Johann Lederer

Da einige „Fluarerer“ aus Altersgründen ihr Amt aufgaben, war man auf der Suche nach neuen vertrauenswürdigen und ortskenntnisreichen Personen, die aus dem Kreis der amtierenden Feldgeschworenen vorgeschlagen wurden. Die „Neuen“ sind diesem Vorschlag gerne nachgekommen, sich für dieses Amt zur Verfügung zu stellen.

Zu Beginn der Marktgemeinderatssitzung in diesem Februar vereidigte sie nun Bürgermeister Bernhard Lindner vor den beiden weiteren Bürgermeistern, der Geschäftsstellenleiterin Sabine Wilde und dem Marktgemeinderat auf Lebenszeit.

Johannes Dietrich, Josef und Andreas Wendl, Peter Gradl, Werner Berger und Hans Lederer leisteten laut und deutlich den schriftlich vorgegebenen Eid. Per Handschlag hieß sie Bürgermeister Lindner willkommen, überreichte ihnen das Heft „Der Feldgeschworene“ und eine Flasche Wein zum Einstand.

Zusammen mit den 14 bisherigen Feldgeschworenen können sie nun in den fünf Feldgeschworenenbezirken, die insgesamt zehn Gemarkungen im Gemeindegebiet umfassen, eingesetzt werden. Die Einsatzkoordination erfolgt durch das Bauamt des Rathauses.

Zweiter Tagesordnungspunkt war die Vorlage der Jahresrechnung 2025 der Bürgerspitalstiftung Hahnbach. Dank eines relativ hohen Holzpreises seien höhere Einschläge und erfreuliche Mehreinnahmen zu verzeichnen gewesen. Alles in allem „ist die Haushaltswirtschaft überschaubar und solide“, so Bürgermeister Bernhard Lindner. Einstimmig stimmte man der vorliegenden Aufstellung zu und verwies sie an den örtlichen Rechnungsprüfungsausschuss.

Ebenfalls für die Bürgerspitalstiftung war ein Erlass der Haushaltssatzung 2026 abzustimmen. Auch hier kam man der gewohnten Verpflichtung zur Ausgeglichenheit konsequent nach. Dank der Mieteinnahmen aus der vollständig belegten Immobilie in der Hausnummer 33 am Amberger Tor und des weiteren Holzeinschlags, minus der Ausgaben für den ökologischen Waldumbau, sei hier eine Rücklage über ca. 13.000 Euro zu erwarten, erfuhr man. Einstimmig gab es auch hier das Plazet des Marktgemeinderats.

Vorgestellt wurde noch ein Antrag zum Ausbau eines abgeschlossenen Jugendraums im Sportheim an der Josef-Weigl-Sportanlage.

Ein bislang ungenutzter Raum soll dem Sportverein bei 1.300 Mitgliedern und 170 Aktiven für Sitzungen und Besprechungen umgebaut werden.

Es lag ein Kostenvoranschlag für die voraussichtlichen Materialien in Höhe von 16.000 Euro vor. Fenster, Decke, Wände, Boden, Lampen und Sitzgelegenheiten will man dort mit viel Eigenleistung erneuern. Wie üblich sagte man einen Zuschuss von 25 Prozent der tatsächlich nachzuweisenden Kosten zu. Damit wurde hierfür ein Betrag von 3.500 Euro zugesagt.

Lindner informierte noch, dass weitere Zuwendungen vom Kreisjugendring für die Jugendlichen zu erwarten sind und man so schon bald zuversichtlich mit dem Ausbau beginnen könne.

Nachfragen zu den Aufklebern auf den Wahlplakaten ergaben, dass jedes Plakat die sichtbare Genehmigung von der Gemeindeverwaltung benötige. Ansonsten sei es, laut vereinbartem Proporz, zu entfernen.

Bezüglich der anvisierten Sommerstockbahn neben dem Soccerareal am Gemeindeweiher besteht laut Bürgermeister Bernhard Lindner auch der Wunsch nach einer Winternutzung als Eisstockbahn. Dies werde geprüft und in die Realisierung einbezogen.


Ein Feldgeschworener

Dieses kommunale Ehrenamt besteht seit dem 12. oder 13. Jahrhundert in der Mitwirkung bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen und Flurstücken. Die Feldgeschworenen sind zur gewissenhaften und unparteiischen Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit und Bewahrung des Siebenergeheimnisses durch Eidesform auf Lebenszeit verpflichtet.

Die Feldgeschworenen kennzeichnen die Lage der Grenzpunkte mit geheimen Zeichen. Das sind meist besonders geformte und beschriftete Zeichen aus dauerhaftem Material, wie z. B. gebranntem Ton, Glas, Porzellan oder Metall. Sie werden im Bereich des Grenzsteins in einer bestimmten, nur den Feldgeschworenen bekannten Anordnung ausgelegt. An Form und Lage der Zeichen erkennen die Feldgeschworenen, ob der Stein verändert wurde. 

Grundsätzliche Anforderungen

Feldgeschworene arbeiten ausschließlich im lokalen Umfeld und sollten über eine gute Kenntnis der örtlichen bzw. gemeindlichen Flächen und Fluren verfügen.

Bestellung der Feldgeschworenen

Die Gemeinde legt die Zahl der Feldgeschworenen – in der Regel zwischen vier und sieben – sowie deren örtliche Gliederung und Zuständigkeit fest. Der Gemeinderat bestellt die Feldgeschworenen für ein Gebiet erstmals durch Wahl.

Nach dem Ausscheiden einzelner Feldgeschworener können die verbleibenden selbst neue Feldgeschworene wählen. 

Die Fachaufsicht über die Feldgeschworenen haben die staatlichen Vermessungsbehörden.

Die Feldgeschworenen wählen einen Obmann und dessen Stellvertreter aus ihrer Mitte. Der Obmann ist Ansprechpartner innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs und über die jeweilige Kommune erreichbar.

Gemeinschaft

Die Gemeinschaft der Feldgeschworenen wird durch jährliche Grenzumgänge, Jahrestage, regelmäßige Versammlungen, Fortbildungen und gemeinsame Ausflüge gefestigt. Neue Feldgeschworene werden von älteren Amtskollegen demokratisch gewählt. Spezielle Handwerkstechniken und Besonderheiten der Tradition werden durch aktives Tun und mündliche Überlieferung von Generation zu Generation weitergegeben.

Frauen als Feldgeschworene

Über die Jahrhunderte hinweg sind nur Männer belegt, Frauen dürfen dieses Amt seit 1981 ausüben. In Bayern gibt es derzeit circa 50 Feldgeschworene.

  • Aufrufe: 59
AWZ-HAHNBACH