Stammzellenspender Florian Weiß aus Kümmersbuch erzählt seine Geschichte

„Wenn man mit seiner Stammzellenspende ein Leben retten kann, muss man es einfach tun“, betont Florian Weiß

Bereits vor ein paar Jahren hatte sich der Landwirt registrieren lassen und mit der Nachuntersuchung vor zwei Wochen wurde für ihn nun die lebensrettende Aktion vorläufig abgeschlossen.

Der junge Familienvater ist regelmäßiger Blutspender. Bei einer davon wurde er in der Max-Prechtl-Schule in Hahnbach darauf angesprochen, sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Mit einer kleineren Extrablutspende war Florian Weiß damit ab sofort im Pool der möglichen Spender. Vor circa 20 Monaten erhielt er dann einen Anruf, dass er als Spender in einer engeren Auswahl sei. Eine weitere vom Hausarzt gezogene Blutprobe wurde nach Gauting bei München geschickt, doch mit der Wahrscheinlichkeit einer Trefferquote von eins zu zehn.

Diesen Januar bekam Florian dann Bescheid, dass er mit einer Spende tatsächlich einem passenden Empfänger das Leben retten könne. Für ihn war es selbstverständlich lange Fragebögen auszufüllen und zu einem „Rundumcheckup“ nach München zu fahren.

„Da wurde man wirklich mit Haut und Haar, vom Kopf bis Fuß visitiert“ erzählt Florian. Nicht nur die Lunge wurde geröntgt, alle Hautzwischenräume unter die Lupe genommen, ja sogar die Zehen auf Fußpilz untersucht. Abgefragt wurde auch noch die Genetik der Familie und nebenbei an die 15 Fläschchen Blut abgenommen. Eine intensive eineinhalbstündige Aufklärung erfolgte im Anschluss, bei der nichts beschönigt wurde. Doch wurde einem absolut klar, dass das Leben eines Menschen auf dem Spiel steht.

„Wie hätte ich mich da verweigern können?“, meint der Landwirt und nahm tapfer die nötigen Medikamente in Empfang. Diese gaukeln dem Körper einen Infekt vor, der ihn zwingt, Blutstammzellen vom Knochenmark ins Blut zu senden. Zwei bis dreimal musste er sich dazu vier Tage lang in den Bauch spritzen, um grippeähnlich Symptome auszulösen. „Untertags war ich mit meiner Arbeit auf dem Hof abgelenkt“, so Weiß, „aber nachts da zwickte und zwackte es dann schon recht. Doch wenn man weiß, dass der wartende Empfänger von allem abgeschirmt ums Überleben kämpft, gibt es doch keine Alternative.“

Der vierte März war dann der Tag der Knochenmarkspende beim BRK in München. Untergebracht in einem Hotel mit seiner Ehefrau Nadine als Fahrerin, musste er schon frühmorgens um 7 Uhr zur Apharese, der Stammzellenentnahme erscheinen. Drei bis fünf Stunden war er dann dort an einer Art Zentrifuge wie bei einer Dialyse angeschlossen, bei der die Stammzellen herausgefiltert werden. Die folgende Auswertung dauerte weitere zwei bis drei Stunden und am späten Nachmittag war er dann „in jeder Hinsicht fertig“ und durfte heimgefahren werden.

Ob die Behandlung beim totkranken Patienten angeschlagen hat, erfährt man erst nach circa zwei Jahren, erzählt er weiter. Die Erfolgsquote liege dabei bei 60 bis 70 Prozent. „Für alle Fälle“ bleibt man als Spender für eventuelle Nachspenden zwei weiter Jahre für den gleichen Empfänger reserviert, werde aber nicht mehr für eine weitere Spende für andere Patienten herangezogen.

Im vergangenen April musste Florian noch einmal zur Nachuntersuchung zum Hausarzt, der „alles bestens“ bestätigt. Nun hofft er und seine Familie inständig, dass es auch für den Empfänger gut ausgeht und sie vielleicht sogar nach zwei Jahren von diesem kontaktiert werden. Bis dahin aber bleibt alles anonym.

Gefragt nach dem finanziellen Aspekt, winkt Florian ab. „Ich hab‘ nichts draufgezahlt und hoffentlich ein Leben gerettet, das ist doch das Allerwichtigste“, betont er und strahlt.

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