Den Schalkenthaner-Wegerern kann man wirklich nur zum Goldenen Jubiläum gratulieren und noch viele schöne Feste und weiterhin guten Zusammenhalt wünschen!
Sie sind schon ein ganz besonderes Völkchen: die Leute vom Schalkenthaner Weg

Dieser beginnt gleich nach dem Oberen Tor, beim Friedhof in Richtung Osten. Dieses Jahr feiern sie bereits ihr 50. legendäres und noch immer recht exklusives Straßenfest. Auch sind es schon 25 Jahre, dass sie ihr Bier von der Brauerei Dorfner aus Hirschau beziehen, wofür sich diese mit zwei Krügeln bedankte.
Dabei hatte alles eigentlich recht „harmlos“ begonnen. Konrad Huber, Anneliese Hoffmann und Christine Demleitner erinnern sich noch gut an die Anfänge und versichern einmütig, dass in dem langen Weg „schon immer die Chemie gestimmt hat“. Dies rühre wohl auch daher, dass die Familien, die dort fast im gleichen Jahrzehnt bauten, recht homogen waren und sind. Auch hatten sie fast alle eine ähnliche Herkunft aus Nachfahren aus dem Hahnbacher Ortskern, ein paar kleine Kinder, waren fleißig und „grundsätzlich gesellig“.
Während der Nachwuchs gern gemeinsam spielte, zur Schule ging und die Jungs im Fußballverein schon fast eine eigene Mannschaft bildeten, trafen sich die Eltern von Anfang an gern öfter vorm Haus auf einen Plausch und ein Gläschen. Bis, ja bis man sich in einer spontanen Idee im Sommer 1976 zum ersten Straßenfest in Hubers Garten entschloss.
„Herzstück im besten Sinn“ war damals Ottilie Horn mit ihrer Sippschaft, sowie die Familien Demleitner, Mildner und Huber. Unkompliziert luden sie zum Festl in Hubers Garten. Sollte von den Einnahmen etwas übrigbleiben, einigte man sich launig, könnte man damit doch Materialien für einen „gescheiten Faschingswagen“ für den nächsten alljährlichen Faschingszug kaufen.
Schnell war ein gemeinsames Thema gefunden: die drohenden Erschließungskosten. Obwohl viele Häuser noch nicht abbezahlt waren, sollte gegen den Willen der Anwohner anstelle des einfachen Wegs eine relativ teure Straße gebaut werden. „Das hat uns gleich zusammengeschweißt“, hört man und das Motto lautete schließlich wild entschlossen:
„Gartenfest - trotz Erschließung sind wir in Stimmung!“

Zwar wurde beim Wagenbau auch ernsthaft „dischkeriert“: da gab ein paar „Ober-Akkurate“, bei denen alles „aufs I-Tüpfelchen“ stimmen sollte, aber auch die andere Fraktion, die „des passt scho“. Aber wie gewohnt einigte man sich lachend und präsentierte schließlich den ersten und noch manch weiteren „Wagen mit Niveau“.
Auch fertigte man für einen der Faschingszüge einen riesigen Hahnbacher Gockel an, der über Umwege letztendlich zum traditionellen perfekten Auftaktwagen des Faschingszugs mit Bürgermeistern und Marktgemeinderat wurde und noch ist

Damit alles seine Ordnung hat, legte der anerkannte Maler Herbert Demleitner als braver Beamter auch gleich ein Erinnerungsalbum für gemeinsame Feste, Umzüge und Unternehmen an. Zunehmend wurden die runden Geburtstage lange Zeit mit einem Standerlsingen gefeiert.
Fand sich gar ein Brautpaar mit „Schalkenthaner-Weg-Wurzeln“, wurde dies mit einem großen Transparent, Beflaggung der Häuser und Sekt von den „Wegelagerern“ empfangen.
Als man feststellte, dass „langsam, aber sicher“ schon die nächste Generation die Verantwortung übernahm, wurde für die Honoratioren sogar eine eigene Urkunde kreiert

Die Familien Huber, Demleitner, Horn und Mildner wurden „für 20 Jahre Organisation“, zu „Ehrenbürgern des Schalkenthanerwegs“ ernannt. Mit einem weiß-blauen Schirm stiegen sie zu „Schirmherren“ auf.
Das derzeitige Organisationsteam des Schalkenthaner-Wege-Festes
von links nach rechts) Petra Horn, Christine Masek, Helga Gebhardt, Christine Demleitner, Heidi Rösl und Anneliese Hofmann

Großherzige Spenden aus dem Erlös der Straßenfeste an gemeinnützige Organisationen gehören schon immer dazu. Dieses Jahr gehen 500 Euro an die Kinder-Palliativ-Versorgung Ostbayern.
Auch „ihre“ Friedhofskirche ist ihnen ein Anliegen
Schon spendeten sie zwei güldene Leuchter für den Marienalter und am kommenden
Samstag, 11. Juli 2026, ist um 18 Uhr Messe für alle Lebenden und Verstorbenen der Straßengemeinschaft Schalkenthaner Weg
Ist das alljährliche Straßenfest für Mitte Juli angesagt, wurden und werden nur die Anwohner schriftlich eingeladen, selbst für Bürgermeister gibt es kein Einladungsschreiben, erzählen sie, denn es sollte immer in erster Linie „unser Straßenfest“ bleiben, wenngleich man Gäste nie zurückwies. Dafür räumte man auch zweimal bei plötzlichem Regen spontan gemeinsam Garagen aus, organisiert Garnituren, Getränke, Essen und teilt die Arbeiten gerecht ein.

Auch nimmt man die zunehmenden Anforderungen in Sachen Hygiene und Sicherheit in Kauf: korrekte Anschlüsse, Schankerlaubnis, Kühlung, Toilettenwagen sowie eine sichere und angemeldete Absperrung der Straße. Offensichtlich ist den Schalkenthaner-Weg-Gefährten tatsächlich kaum etwas zu viel und wenn dann spät nachts noch abgespült wird und „am Morgen danach“ in aller Frühe noch Resterln aufgeräumt werden: die stehen das durch!
Ihre größte Freude ist, dass es weiter geht: schon ist die nächste Generation aktiv dabei, die auf jeden Fall diese Tradition weiterleben lassen will. „Einmal Schalkenthaner-Wegerer – immer Schalkenthaner-Wegener“ heißt es überzeugt, denn selbst Enkel und Urenkel treffen bestens gelaunt zum Straßenfest ein, bei dem sie nur zu gern in Erinnerungen schwelgen. Und die „Hingezogenen“? Diese wurden natürlich „getestet“. Doch alle bestanden und sind nun fester Bestandteil der Straßengemeinschaft.
Wie selbstverständlich hilft man sich auch bei Notfällen
„Da sind wir ein unschlagbar eingespieltes Team“ erklären sie nicht ohne Stolz. Braucht jemand Hilfe, wird fraglos angepackt!
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