Gretl Mildner, ein Hahnbacher Original, ist am 3. Juli 2026 mit 86 Jahren verstorben - Weithin bekannt war sie als engagierte Bürgerin und ausgebildete Märchenerzählerin
Gretl Mildner spielte begeistert bei den historischen Szenen auf dem Frohnberg mit

Als dritte Tochter wurde sie von ihrer Mutter Theresia dem Bergmann Johann Graf am Heiligen Abend, den 24. Dezember 1939, geboren. Ihrer Hochzeit mit Heinz Mildner am 13. Mai 1960 folgte bald schon der Ausbau des elterlichen Hauses am Schalkenthaner Weg. Dort war sie allseits beliebt und bekannt für ihren stets motivierten Einsatz für gute Nachbarschaft. Die dortigen Familien ernannten deshalb auch sie humorvoll nach 20 Jahren verantwortlicher Organisation der Straßenfeste zur „Ehrenbürgerin vom Schalkenthanerweg“ und machten sie mit einem weiß-blauen Schirm zu ihrer Schirmherrin.
Ihren beiden Kindern Peter und Uschi war sie stets eine verständnisvolle und fürsorgliche Mutter. Schwer traf sie das Bergbahnunglück 2000 am Kitzsteinhorn, bei dem sie Sohn und Schwiegertochter verlor. Wie selbstverständlich kümmerte sie sich danach um ihre Enkelsöhne bis zum Abschluss von deren Berufsausbildung. Auch den Kindern der Tochter war sie immer eine liebevolle Oma.
Gretl ließ sich grundsätzlich nicht unterkriegen, auch nach gesundheitlichen Problemen stand sie immer wieder auf und verlor nie ganz den Lebensmut
Stets war sie am örtlichen und weltweiten Geschehen interessiert und brachte sich engagiert ein.
So wurde sie am 12.3.1979 Gründungsmitglied der Frauenunion und auch gleich deren Vorsitzende für die ersten zehn Jahre. Als zweite Vorsitzende übernahm sie von 1989 bis 1993 Verantwortung, um 1993 wieder bis 1999 als erste Vorsitzende der FU zu agieren. Manche Anregung wie die von Modeschauen, den festen Listenplatz für die FU bei der CSU-Liste zu den Gemeinderatswahlen, die einer Medaillenübergabe an neugeborene Hahnbacher stammen von ihr. Für ihre großen Verdienste ernannte sie die FU 1999 einstimmig zur Ehrenvorsitzenden, worüber sie sich sehr gefreut hat.
Lange Zeit war sie auch im Frauenbund, blieb bis zuletzt Mitglied im Kneippverein und dem Obst- und Gartenbauverein.
Oft konnte man sie in ihrem Element als geschulte Märchen- und Geschichtenerzählerin erleben. Mehrmals trat sie beim Hahnbacher Kellergruseln mit Kindern und Erwachsenen auf. Auch ihre Beiträge beim Ferienprogramm für die AOVE und Kindergärten und -tagesstätten kamen stets gut an. Der Baummediationsweg auf der Gockelwiese war ihre Idee, dem sie mehrfach mit ihren Erzählungen mystisches Leben einhauchte.
Von Anfang an war sie bei den szenischen Führungen durch die Jahrhunderte auf dem Frohnberg dabei, welche die AOVE mit der VHS anbot. Solange es ihre Gesundheit erlaubte, schlüpfte sie mehrere Jahre lang mehrmals im Jahr dabei in die Rolle der mitfühlenden Bäuerin, der bekennenden Gläubigen und erzählte eindrucksvoll die alte Sage der weißen Frau vom Frohnberg.
Gretl Mildner blieb ihr Leben lang offen für ihre Umwelt, wissensdurstig und im Herzen jung
Viele ihrer ungezählten kreativen Ideen konnte sie verwirklichen, wozu sie sich immer kluge MitstreiterInnen suchte und sich durchaus auch durchzusetzen wusste. Gern nahm sie aber auch Anregungen von Anderen an, ließ sich begeistern und blieb treu und ausdauernd bei ihren Zusagen.
Zuverlässig kam sie zu Proben, wenngleich manchmal mit Herzklopfen und Lampenfieber. Doch immer war sie mit ganzem Herzen dabei und offensichtlich „in ihrem Element“.
Als ihre Kräfte nachließen, pflegte ihr Ehemann Heinz sie hingebungsvoll und aufopfernd zusammen mit den Fachfrauen der ökumenischen Sozialstation Sulzbach-Rosenberg.
Sehr gut zu ihr passt wohl der Spruch:
„Glaubt ja nicht, dass ich nicht mehr da bin, bloß weil ich tot bin!“
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