Frohnbergfest 2026 - Vorhandene Glocken in der Frohnbergkirche
Die Wallfahrtskirche auf dem Frohnberg ist eine der wenigen Kirchen, in denen die Glocken noch immer händisch geläutet werden

Bis zur letzten großen Renovierung im Jahr 2013 hingen die Seilstränge hierfür bis in den Turmeingang. Aber die Versuchung an ihnen zu ziehen war für viele offensichtlich zu groß und so kam es immer wieder zu „falschem Geläut zur Unzeit“.
Nun befinden sich die Enden der Glockenseile eine Etage höher im Turm, auf ungefährer Höhe der Orgel. Dies soll auch die Brandgefahr durch die Opferkerzen im Turmeingang verhindern.
Der Zugang zur höheren Etage ist normalerweise abgesperrt und auch in der Frohnbergfestwoche haben nur die Mesnerin und die Organisten den Schlüssel hierfür.
Es braucht aber schon eine bestimmte Technik, erzählt Mesnerin Rosmarie Rauch, um sie gut zu läuten
Normalerweise sind es Ministrantinnen und Ministranten, die hierfür herangezogen werden. Doch schon mit ein wenig Schlitzohrigkeit sucht die Mesnerin auch immer wieder „würdige Gläubige“ aus der großen Schar der Frohnbergpilger aus, um dort ihr Geschick zu probieren. „Und es klappt ganz, ganz selten auf Anhieb, dass die Glocken dann harmonisch läuten“ schmunzelt sie, „aber ich oder die Ministranten zeigen es ihnen dann schon.“
Die Glocken befinden sich im 25 Meter hohen Turm, der von 1725 bis 1727 unter dem Maurermeister Georg Diller aus Amberg errichtet wurde. Leider unterbrach der Unfalltod von drei Arbeitern im nahen Steinbruch das Werk für geraume Zeit.
Die für den Bau verwendeten weichen Sandsteinquader verlangen immer wieder aufwendige Reparaturen
Zeitweise war die Statik des Turms sogar so stark gefährdet, dass nur die kleine Glocke und zeitweise gar keine Glocke mehr geläutet werden durfte. Die letzte aufwendige Sanierung durch das Regensburger Architekturbüro von Carola Setz wurde 2013 abgeschlossen. 1.200 Injektionsbohrungen mit etwa 12.000 Kilo Hohlraumversiegelungen waren hierfür nötig gewesen.
Die Risse im Mauerwerk wurden mit 36 Meter Spiralanker gesichert, während 90 Meter Ringanker, auf vier Ebenen verteilt, nun die statische Sicherheit des Turms gewährleisten und alle drei Glocken angstfrei geläutet werden können.
1880 beschrieb Pfarrer Johann Hofweber Turm und Geläut folgendermaßen
„75 Stufen führen zum Glockenstuhl mit den eingeschnittenen Zahlen und Buchstaben „A.K. - J.G.D - 1753.

Die große Glocke hat 1 m. Durchmesser, 3,13 m. Umfang und 0,84 m. in der Höhe; um den Rand läuft die Inschrift: Johann di Vall in Amberg hat mich gegossen – anno 1780 – zu Ehren Maria bin ich von Feuer und Hiz geflossen; darüber ist die Krönung Mariä, der hl. Joseph mit dem göttlichen Kinde und ein Kruzifix mit dem hl. Jakobus in erhabener Arbeit.
Die mittlere Glocke hat 0,59 m. im Durchmesser, 1,87 m. im Umfange und 0,50 m. in der Höhe; am unteren Rande ist zu lesen: Zu Ehren der unbefleckten Empfängnis der seligsten Jungfrau Maria; darunter ist wieder die Krönung Mariens abgebildet, und am Kranze oben stehen die Worte: Jacob Divall in Amberg goss mich A. 1837.
Die kleinste Glocke hat 0,43 m. Breite, 0,36 m. Höhe und 1,35 m. Umfang, hat oben um den schönen Kranz die Innschrift: Sancta Maria mater Dei ora pro nobis! Anno 1678, und in der Mitte ein Medaillon mit Maria mit der Krone, mit einem Szepter in der Rechten und mit dem gleichfalls gekrönten Christkinde auf der Linken.“
Die zwei großen alten Glocken der Kirche aus dem Mittelalter und der Barockzeit sind nicht mehr vorhanden.
Die kleine Glocke aber befindet sich im nahen Dorf Kötzersricht. Einst fand sie ihren Ehrenplatz über der Hofeinfahrt. Seit dem Neubau des Anwesens durch die Familie Heidlinger ist sie nun an der Giebelseite des neuen Stadels angebracht und wird bei jedem Sterbefall im Ort zum Gebet geläutet.
Die Vorgeschichte
1898 stellte Pfarrer Franz Seraph Kutschenreiter eine Gipsmadonna in der Lourdeskapelle auf. Diese war von der Kötzersrichter Familie von Stefan und Margareta Dorner, Hausname „Stoffl“ gespendet worden. Zum Dank und als Anerkennung schenkte er ihnen die kleine, ausgesonderte Glocke vom alten Geläut der Frohnbergkirche.
Die derzeitigen drei Glocken im Turm entstanden alle im 20. Jahrhundert
Die beiden größeren Glocken wiegen 401 und 680 Kilo. Sie wurden 1901 beziehungsweise 1949 in der Gießerei Johann Hahn in Landshut gegossen. Die kleinste Glocke mit 320 Kilo goss Karl Hamm im Jahr 1935 in Regensburg.


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