Der Kainsbach ist ausgetrocknet oder stellenweise eine Kloake
„Es ist eine ökologische Katastrophe, die noch weitere schlimme Konsequenzen haben wird“ ist der Süßer Werner Wendl überzeugt

Der Kainsbach, in dem er und so viele noch als Kinder und Jugendliche reichlich Forellen erleben durften, ist mittlerweile ausgetrocknet oder stellenweise eine Kloake. Noch scheint aber der engagierte Bürger als „Anwalt einer verschwindenden Biodiversität“ gegen Windmühlen zu kämpfen. „Doch Aufgeben ist für ihn keine Option“, betont er.

Grundursache sieht Wendl einmal in einem seit 30 Jahren beibehaltenen Weiherzustand, dessen Zulauf sich vom „Assermoos“ jedoch fast halbiert hat. Und eigentlich müssten sich nun als Konsequenz auch die Weiherflächen halbieren, was Aufgabe des Wasserwirtschaftsamts Weiden wäre. Natürlich verdunstet zudem auf den großen Oberflächen der zahlreichen Fischweiher gerade auch derzeit eine nicht unerhebliche Menge.


Da jedoch der Ablauf am so genannten Mönch so hoch ist wie ehedem ist, kann kaum mehr Wasser in den Kainsbach fließen.
Doch dies wäre noch lange nicht das größte Problem, betont er. Als Hauptverursacher sieht Wendl das Überhandnehmen der Biberpopulation, die von der Vils in den Bach heraufgewandert sind und nun den Bach ihrer Natur gemäß an fünf Stellen aufstauen. Da aber das angestaute Wasser kaum mehr Zulauf hat, beginnen Faulprozesse in den Tümpeln, die es für Fische und weitere Lebewesen tödlich werden lassen. Schon lange können dort keine Forellen mehr leben, auch Flussmuscheln und Krebse sterben im trockenen Bachbett.
Für die gut befahrene Straße entlang des Bachs sieht Wendl desweiteren eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Denn schon ist an mehreren Stellen die Asphaltschicht der Straße zum Bach hin abgebrochen und droht wegzukippen. Auch Bäume, die von den Bibern untergraben werden, könnten durchaus ohne Vorwarnung auf die Straße fallen und Autos, Radfahrer oder Spaziergänger tödlich treffen.
Eine weitere Ursache des „seit Jahrhunderten erstmals toten Bachs“ sieht Wendl auch in der „unverantwortlichen Verbauung“ der letzten 100 Meter von der Straße bis zur Einmündung in die Vils. Konnten vor nicht allzu langer Zeit dort noch Angler ihrem Hobby erfolgreich nachgehen, so finden sich dort nur noch Bachlaichen.
„Es ist einfach deprimierend!“ so Wendl, wenn man ohnmächtig mit ansehen muss, wie hier die Natur kaputt geht und sicher noch weiter sterben wird, da die Sommer offensichtlich immer trockener werden. „Wenn nicht bald gehandelt wird“ so Wendl „ist dieser Kainsbach Geschichte und für alle Zeit verloren. Da kann und will ich doch nicht einfach zusehen!“
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