Süß: Gerhard Kohl gibt das Ende seiner Taubenzucht bekannt
„Wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören!“ werden manche wohl meinen, wenn sie hören, dass Gerhard Kohl das Ende seiner Taubenzucht bekannt gibt

Für den Süßer Züchter ist mit dem Erreichen des Titels Deutscher Meister mit seiner Züchtung von Böhmentauben endlich ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen, doch schließt er damit auch dieses Hobby ab.
Im Dezember 2025 wurde er in Leipzig dafür ausgezeichnet und nun gibt er nach genau 60 Jahren dieses Hobby auf
Alles begann damit, dass er als Sechsjähriger von einem Arbeitskollegen seines Bruder Heiner Brieftauben bekam.
Bis 1973, sieben Jahre lang, war dies dann einer seiner liebsten Zeitvertreibe. Doch langsam, aber sicher wandelte er sich zum Ästheten, fand die Farben der Tauben viel spannender als jede Flugleistung und begann die Tauben auf Schönheit zu züchten.
Doch sollte es noch bis 2010 dauern, als er die Böhmentauben entdeckte und sich auf sie spezialisierte

Schon bald erhielten seine gepflegten gefiederten Freunde Preise und 2023/24 durfte er sich gar bayerischer Meister nennen

Absoluter Höhepunkt war nun im Dezember 2025, als unter Tausenden von Tauben seine sechs Exemplare als die Prächtigsten gekürt wurden

Kohl erzählt, dass die Fahrt nach Leipzig mit einfach 270 Kilometern zudem seine weiteste Anreise war. Bislang hatte er seinen Radius auf ca. 100 Kilometer begrenzt, aber nun wollte er es „wirklich wissen“.
Tatsächlich bestätigten ihm Richter und Obmann die Höchstauszeichnung für seine Tauben

Das war für ihn der Höhepunkt, erklärt er nicht ohne Stolz, auf den er 60 Jahre lang hingearbeitet hatte.
Nie mehr wieder, so der sympathische Maurer, werde er die vor Ort verbrachten fünf Tage, von Mittwoch bis Sonntag, vergessen
Gut kann man sich seine Freude vorstellen, als er am Donnerstagabend sehen durfte, dass seine Tauben mit der hohen überdurchschnittlichen Punktzahl von 572 bedacht worden waren. Dabei komme es auf viele Details und tatsächlich auch ein bisschen Glück an, erklärt Kohl weiter, denn es würden nicht nur Farben im richtigen Verhältnis, Proportionen, Verfassung, sondern auch das Auftreten der Tauben nach einem genau definiertem Musterstandard bewertet.
Es kann auch sein, dass dem einen Juroren mehr das eine und einem anderen wieder anderes besser gefällt, so bleibt die Bewertung immer äußerst spannend.
Auf die Frage, warum er denn nun sein Hobby aufgebe, entfährt Gerhard Kohl zuerst einmal ein Seufzer. Dann sprudeln die Argumente nur so aus ihm heraus
Da sei einmal, dass er gesundheitlich nicht mehr so fit ist, dann, dass er weder in seiner Familie oder Verwandtschaft noch Bekanntschaft einen Nachfolger gefunden habe. Hinzu käme auch, dass immer weniger Leute sich für Tauben interessieren und so auch keine Verkäufe, selbst von besten Taubenschönheiten kaum noch möglich sind. Die höchsten Preise habe er eben nun gerade nach Bekanntwerden seiner Meisterschaft in einem Katalog erzielt. „Weil ich die wohl nie mehr wieder krieg, hab‘ ich dieses Jahr auf die Anfragen hin, gleich fast alle verkauft“, erzählt er.
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