Vilseck: Ringer Ossi – unvergessen - Er wäre heute 80 Jahre alt geworden

In diesem Jahr hätte er seinen 80. Geburtstag feiern können, der Vilsecker Fotograf und Filmemacher Oswald Ringer

Am 9. Februar 1944 wurde Ossi, wie er stets genannt wurde, als einziger Sohn seiner Eltern Josef und Katharina geboren.

Leider lernte er seinen Vater nie kennen, denn dieser kehrte aus dem 2. Weltkrieg nicht zurück. Still und einfach wuchs Oswald auf, und so verlief auch sein ganzes Leben.

Er ist allen als ruhiger, bescheidener und hilfsbereiter Zeitgenosse in Erinnerung.D och so wie er lebte, bescheiden und unauffällig, starb er auch am 31. Juli 2010, einsam und allein, plötzlich und unerwartet in seinem Haus in der Dr.-Gräßmann-Straße.

Nachdem man ihn einige Tage nicht gesehen hatte und ihn zunächst auch nicht vermisste, fanden ihn Angehörige schließlich friedlich entschlafen. Beim Brunnenfest 2010 verbreitete sich die Nachricht seines Todes dann wie ein Lauffeuer. Das große Musikvereinsfest fand dennoch statt, jedoch mit angezogener Handbremse, war Ossi doch auch 24 Jahre lang treuer Kassier des Vereins.

Oswald Ringer hat der Nachwelt viel hinterlassen, und deshalb soll das Andenken an ihn auch bewahrt werden. Er hat sich durch seine Bild- und Tonaufnahmen in Vilseck unsterblich gemacht. Fotos von ihm selber jedoch sind selten zu finden.

Blicken wir auf das Leben von Oswald Ringer zurück

Nach seiner Schulzeit lernte er bei Firma Siemens in Amberg den Beruf des Werkzeugmachers. Er arbeitete sich mit Fleiß und Ausdauer bis zum Techniker und Konstrukteur hoch. In seiner Freizeit reiste er gerne, organisierte auch Reisen und war voller Lebensfreude.

Ab 1965 engagierte er sich bei der Feuerwehr Vilseck, durchlief alle Lehrgänge und Dienstränge und war damals einer der höchstqualifiziertesten Führungskräfte. Als sich 1999 für den vakanten Kommandantenposten niemand fand, übernahm er mit 55 Jahren für vier Jahre auch noch das Amt des ersten Kommandanten.

Ohne Fotoapparat sah man Oswald Ringer fast nie. Für ihn war wichtig, gute Aufnahmen für seine Auftraggeber abzuliefern, wie hier beim Bergfest 2009

Mit seiner Kamera dokumentierte er alle Aktivitäten der Wehr. Unter seiner Führung hatte die Feuerwehr Vilseck einige ihrer schwierigsten Einsätze zu bewältigen, nämlich den Großbrand des Kredler-Anwesens und das Zugunglück bei Gressenwöhr.

Schon als Kind besaß er einen kleinen Fotoapparat und hielt alles im Bild fest, was ihm vor die Linse kam. Ossi hatte ein besonderes Auge für Motive und brachte es als Autodidakt auf erstaunliche Ergebnisse.

Er gönnte sich im Leben nicht viel. Aber sein Geld steckte er in die Anschaffung weiterer Kameras, Objektive und sonstigen Zubehörs. Als auch Film- und Videokameras auf den Markt kamen, war es für Ossi eine besondere Herausforderung und Freude, sich mit der neuen Technik zu befassen, um alles noch umfangreicher dokumentieren zu können.

So kannte man Oswald Ringer in Vilseck. Wenn er, wie hier 1986, das Filmen eines Theaterstücks vorbereitete, war er voll in seinem Element

 

Bald konnte er sich vor Aufträgen nicht mehr retten. Vereinsfeste, Jubiläen, kirchliche Veranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen, Prunksitzungen, Kirchweihfeste, Geburtstage, Hochzeiten und vieles andere mehr standen in seinem Terminkalender, denn Ossi konnte nicht Nein sagen.

Mit dem Aufnehmen der Geschehnisse war es längst nicht getan. Danach fing ja erst die wichtigste Arbeit an; es musste alles entwickelt, sortiert, vertont und zusammengefügt werden.

Bald trat er als Fotograf und Filmemacher die Nachfolge seines Nachbars Erwin Dorner an. Für die Stadt Vilseck und nachfolgende Generationen schuf Oswald Ringer mit seinen Bildern in der Stadtchronik und seinen Filmaufnahmen über die 650-Jahrfeier 1981 Dokumente erster Güte.

Auch sein vertonter Film über die Fußwallfahrt nach Gößweinstein zählt zu diesem wertvollen Kulturgut. An Pfingsten gab es für Ossi kein anderes Ziel als Gößweinstein. Als Wallfahrer und Vorbeter war er jahrzehntelang dabei und wurde im Jahre 2000 für seine 40. Teilnahme geehrt.

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