Die Vilsecker Stadttore (Teil 4) - Das Hafnertor
Auf diesem Bild aus dem Jahr 1850 ist das das Hafnertor von der Westseite zu sehen. Durch den Torbogen geht der Blick zum Vogelturm

Begeben wir uns in unserer Serie über die Vilsecker Stadttore heute in die Vorstadt. Hier finden wir das Hafnertor, das auch Vorstadttor genannt wird. Es ist ein Bau aus dem 17. Jahrhundert. Die Wohnhäuser schließen sich an das Tor an und bilden um die Vorstadt einen Ring. Im Obergeschoss des Hafnertors befinden sich gegen die Stadt zu eine Schlüsselscharte und eine Maulscharte. Außen, gegen Schlicht zu, zeigt eine Steintafel über dem Torbogen das Wappen des Hochstifts Bamberg und der Kurpfalz.
Den Namen Hafnertor hat es von dem einst sich anschließenden Anwesen, das eine Familie Hafner besessen hatte. Nur nebenbei bemerkt: Die Vorstadt wurde 1791 gepflastert.
Wer heute mit einem Fahrzeug aus Richtung Schlicht in die Stadt gelangen will, muss das Hafnertor passieren. Mit einem Auto ist dies für gewöhnlich kein Problem, aber LKWs und Busse müssen vor der Durchfahrt schon gehörig auf die Bremse treten, um sicher durch die schmale und niedrige Toröffnung zu kommen. So manches Fahrzeug machte dabei schon Bekanntschaft mit dem Torbogen und beschädigte ihn dabei oft mehr oder minder schwer.
Das Bild zeigt die Vorstadt und das Hafnertor Ende der 1940er Jahre. Der Durchgang am Piehler-Haus war noch nicht vorhanden. Die beiden Tankstellen bei Café Högl und Seegerer gehören längst der Vergangenheit an

Bereits zu Kriegsende 1945 bildete das Hafnertor ein strategisches, großes Verkehrshindernis für die anrückenden Amerikaner. SS-Leute hatten im April 1945 vor dem Hafnertor eine Panzersperre errichtet, um die Einnahme der Stadt durch amerikanische Truppen zu verhindern. Doch beherzte Volkssturm-Männer rissen diese Blockade rechtzeitig wieder heraus und gewährleisteten so eine kampflose Einnahme der Stadt. Vilseck blieb heil und unversehrt.
Jedoch waren dabei auch Schäden am Tor entstanden. Immer wieder musste das Hafnertor repariert werden. Balkengerüste wurden als Stützen angebracht. 1951 hat man das Hafnertor mit einem Kostenaufwand von 4.000 DM etwas verbreitert und neue Bogenquader eingesetzt. Dennoch waren und sind Beschädigungen an der Innen- und Außenseite scheinbar nicht zu vermeiden. Das Hafnertor wird immer ein Kostenfaktor für die Stadt bleiben.
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