Vilseck: Hausfiguren - Zeichen der Volksfrömmigkeit - Heiligenfiguren an Hausfassaden immer noch zu finden

An der Fassade des Houder-Hauses (Götz) in der Breiten Gasse ist die Marienfigur durch eine Glasscheibe geschützt

Zeugen längst vergangener Zeiten sind noch in vielen Städten und Dörfern zu finden. Die Rede ist von Heiligenfiguren, die an den Fassaden alter Häuser in Nischen angebracht sind. Auch in der Vilsecker Altstadt, in Axtheid und in Schlicht sind davon noch einige zu sehen. Viele gibt es auch in Hahnbach.

Der Brauch, das Haus mit einer religiösen Figur zu zieren, stammt wohl aus dem Mittelalter. Verheerende Kriege, Seuchen oder Hungersnöte veranlassten die Menschen, Haus und Hof unter den besonderen Schutz des Himmels zu stellen.

Geht der Blick beim aufmerksamen Spaziergang durch die Innenstadt nach oben, entdeckt man in Vilseck und Axtheid an 30 Hausfassaden Nischen mit Rundbögen. 17 davon enthalten noch religiöse Figuren; 13 Nischen sind leider verwaist.

Am häufigsten findet man verschiedene Mariendarstellungen, wie Maria Immakulata, Muttergottes mit und ohne Jesuskind, Lourdes-Muttergottes, dann auch Herz-Jesu, gegeißelter Heiland, Prager Jesulein und Engel.

Die einstige Muttergottes am Café-Högl-Haus wird nun von Tochter Margit in Griechenland in Ehren gehalten

Auch Heiligenfiguren sind zu sehen, wie der hl. Josef, Florian, Nepomuk und Antonius. Einige Statuen sind in ihren Nischen durch Glasscheiben geschützt.

Eine Nachbildung des heiligen Nepomuk ziert das Haus der Familie Leißl/Mrosek in der Herrengasse

An weiteren sieben Häusern in Vilseck, die inzwischen abgerissen, neugebaut oder renoviert sind, waren einst nachweislich ebenfalls Figuren in Hausnischen vorhanden.

Wie in Erfahrung gebracht werden konnte, waren einige Figuren stark verwittert und sind deshalb entfernt worden. Sie waren meist aus Holz oder Gips.

Manche Familien bewahren die Originalstücke aber noch immer in ihren Häusern auf, und einige ließen davon Nachbildungen anfertigen, die nun an den Fassaden zu sehen sind.

 

Vor etlichen Jahren wurden in der Kirchgasse einige Figuren durch Diebe entwendet. Die Täter konnten gefasst werden, und die Figuren kamen wieder an die Besitzer zurück. Sie sind aber danach nicht mehr aufgestellt worden. Eigentlich schade.

Auch Familien, die damals unbeschadet davonkamen, haben daraufhin ihre Figuren vorsichtshalber aus den Nischen entfernt.


 

 

 

 

 

  • Aufrufe: 100
AWZ-HAHNBACH