Vilseck: Arma-Christi-Kreuz für Konnersreuth - Heinrich Deinzer bereichert Theres-Neumann-Museum

Heinrich Deinzer (links) übergibt sein selbstgefertigtes Arma-Christi-Kreuz an den Konnersreuther Bürgermeister Max Bindl. Es soll zusammen mit einer Texttafel und einer genauen Beschreibung im dortigen Theres-Neumann-Museum ausgestellt werden. Die Eröffnung ist für den 21. Mai 2021 geplant

Das wollte er schon immer einmal machen! Doch es vergingen viele Jahre, bis Heinrich Deinzer seinen Vorsatz in die Tat umsetzte. Zu Beginn der Coronakrise 2020 war reichlich Zeit, das Projekt in Angriff zu nehmen. Deinzer fertigte ein Arma-Christi-Kreuz nach den Visionen der Therese Neumann aus Konnersreuth. Das Unikat soll nun im Theres-Neumann-Museum in Konnersreuth einen würdigen Platz finden.

Das lateinische Wort „Arma“ bedeutet Waffen oder Bewaffnung und bezeichnet hier die Leidenswerkzeuge bei der Kreuzigung Christi. Beim Arma-Christi-Kreuz handelt es sich um ein spezielles Kreuz, bei dem statt des Korpus‘ die sogenannten Leidenswerkzeuge abgebildet sind.

Begonnen hat alles mit einem persönlichen Zusammentreffen mit der Konnersreuther Resl 1959. Davon war Deinzer sehr fasziniert. Auch das Arma-Christi-Kreuz im Freilandmuseum Neusath-Perschen fachte seinen Plan weiter an.

Das Buch von Johannes Steiner „Therese Neumann von Konnersreuth; ein Lebensbild nach authentischen Berichten, Tagebüchern und Dokumenten“, gab schließlich den Ausschlag zur Anfertigung.

In diesem Buch sind die Karfreitags-Visionen der Kreuzigungs-Szene genau beschrieben, die jedoch in vielen Details krass von anderen überlieferten Kreuzigungsdarstellungen abweichen.

So entstand in Heiner Deinzers Bastelwerkstatt ein besonderes Kreuz aus Gegenständen, wie sie vor mehr als 2000 Jahren bei Jesu Kreuzigung verwendet wurden. Alle Details haben eine besondere Funktion und Bedeutung.

Das Kreuz zeigt die beiden nach oben gerichteten, versetzt angebrachten Quer-Arme, oben das Brett mit der Inschrift, darunter eine helmartige Dornenkrone. In der Mitte befindet sich der Strick zum Festbinden des Körpers, unter der Fußstütze die Los-Stäbchen für die Gewandverlosung

Oben sind Seile, die das Gebälk nach dem Aufstellen in der Senkrechte halten. An den beiden Seitenbalken hängen Hammer und Zange. Links ist das Rohr mit dem Essigschwamm und rechts ein Pilum, ein Wurfspieß, wie er zur damaligen Zeit im römischen Heer gebräuchlich war. Alle verwendeten Nägel sind handgeschmiedet und stammen aus einer alten Scheune.

Nun bot Heinrich Deinzer das Kreuz der Marktgemeinde Konnersreuth als Geschenk an. Von Bürgermeister Max Bindl erfuhr er, dass dort 2021 ein Theres-Neumann-Museum eröffnet werden soll.

Ein glücklicher Zufall! Deinzer brachte im Herbst 2020 das Arma-Christi-Kreuz persönlich nach Konnersreuth und übergab es dem Gemeindeoberhaupt. „Das ist ein sehr beeindruckendes Kreuz“, stellte Bindl dankbar fest. „Seine starke Aussage steht in direkter Verbindung zum Leben der stigmatisierten Therese Neumann, und es wird deshalb einen würdigen Platz in unserem neuen Museum finden“, versicherte er. 

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