09.01.2011 | Romantische Binder-Orgel in St. Jakobus
Die so genannte romantische Binder-Orgel wurde im vergangenen Jahr durch die Laberweintinger Orgelbaufirma Jann generalsaniert und neu intoniert. In zwei Arbeitsschichten wurde noch bis zur Altarweihe Tag und Nacht daran gearbeitet, so dass sie beim Festgottesdienst bereits erklingen konnte.
Thomas Jann erklärte einführend, dass es die Idee von Christof Weiß gewesen sei, das Ende der Orgelrenovierung nicht „sang- und klanglos“, sondern mit einer Vorstellung und einem Konzert zu beenden.
Der Orgelbaumeister meinte, dass alle auf das Ergebnis stolz sein dürften, sowohl Orgelbauer, als auch die ganze Pfarrgemeinde. Über viele Wochen hinweg habe man sie gereinigt, die Elektrik durch Elektronik ersetzt, über 1.300 Lederteile ausgetauscht und zusätzliche Klangtaschen eingefügt. Viele Rissen waren zu leimen, verwurmet Pfeifen wurde ausgegossen, die Schwimmerbälge neu belegt und auch der Spieltisch komplett saniert.
Ziel sei es gewesen, die 1770 von Konrad Funtsch erbaute Orgel in seiner großen Klangfülle, wie sie die Firma Binder und Siemann 1906 erstellt hatten, mindestens wieder so zu beleben und dabei wie damals das Rokkokogehäuse und die Prospektpfeifen zu erhalten.
Thomas Jann stellte dann das gesamte Register als „Familie“ vor. Da seien einmal die Flöten, vom Prinzipalachtfuß bis zum Prinzipalvierfuß und den offen zylindrischen Pfeifen, die ihre Namen nicht selten von ihrer Bauform her hätten.
Dann seien da die Streicher, und wie eine große Familie fänden sich „Vater-Mutter-Kinder-Onkel-Tanten usw.“ ein. Die beiden Manuale und die beiden Pedale befehligten und resümierten die Großfamilie und die insgesamt 1.600 Pfeifen könnten so gesehen auch im übertragenen Sinn die katholische Pfarrgemeinde Hahnbach darstellen, die ja offensichtlich wohl auch in all ihren verschiedensten Tönen harmonisiere.
Der Organist Christof Weiß antwortete auf die Erklärungen des Orgelbaumeisters mit der Praxis und man konnte so gut die einzelnen Pfeifen und auch immer wieder gut das Zusammenspiel der Flöten nachvollziehen.
Ein kurzer akustischer Vergleich zwischen dem Klang der alten und der neuen, erweiterten Orgel überzeugte nicht nur durch Lautstärke, sondern auch durch die feineren romantischeren und barockeren Töne.
Ein sehr seltener Anblick: so sieht eine Orgel von innen aus – ein verwirrendes und doch harmonisches Zusammenspiel
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