"Ossi-Weiher" zieht seit Jahren die Blicke der SpaziergängerInnen auf sich

„Der is uns grod nu oganga“, auf Schriftdeutsch: „Welche überraschende Bereicherung!“ hört man oft in Hahnbach von Spaziergängern entlang des Osterbrunnenbachs. Die Begeisterung steigt, wenn sie am überdachten Steg das große Schild „Königreich Bayern“ entdecken und einen Blick zu den Wegweisern werfen.

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Der liebevoll sogenannte „Ossi-Weiher“ von Jürgen Göpfert, einem Thüringer, und seiner Hahnbacher Frau, der Käufl Liesl, zieht seit Jahren die Blicke auf sich. Ganz bewusst wurde auch ein Türl weggelassen, so die beiden, damit sich ein jeder an dem Idyll erfreuen kann.

Göpfert fand sein „größtes Glück“ mit einer „waschechten“ Oberpfälzerin dank einer Annonce im Jahr 2009 in der Amberger Zeitung.

2008 war der ehemalige Stasikoch nach Amberg gezogen und von Anfang an von den OberpfälzerInnen begeistert. Er beschreibt sie als „bodenständig, grad heraus, zuverlässig, zäh und offen“ und lobt „seine Lisl“ „übern Schellnkönig“.

Mit ihr baute er 2010 ein Haus am Osterbrunnen und interessierte sich schon bald für „das Weiherl“ nebenan. Doch dieser war in einem recht „traurigen Zustand“, denn dessen Zulauf vom Osterbrunnenbach her war schon bald nach dem Auffüllen der einstigen kleinen Weiherkette defekt.

2013 legte Göpfert dem Gemeinderat unter Bürgermeister Hans Kummert bei einem Ortstermin ein schlüssiges Konzept für einen neuen Zulauf und einen Ablaufmönch vor. Dem Pachtvertrag schlossen sich alsbald umfangreiche Restaurationsarbeiten an, für die sich Jürgen und Liesl vier Wochen Urlaub genommen hatten.

Mit der notwendigen Hilfe von Fachfirmen, die von der Marktgemeinde bezahlt wurden und der Hilfe von Freunden, allen voran Hans und Ingrid Wankerl, entstand schließlich jenes „Weiherjuwel“, welches das Ehepaar seitdem beständig pflegt und verschönert.

Als erstes wurden ca. 120 Fische gesetzt. Manche davon messen mittlerweile sogar über einen Meter, berichtet Göpfert und zeigt sich zurecht stolz auf seine Störe, Schleien, Kois, Zander, Karpfen und Goldorfen.

Wenn er alle zwei Jahre die Karpfen abfischt, werden diese geräuchert und auf verschiedene Art und Weise zubereitet. „Die sind dann zum größten Teil für die Nachbarn“, schmunzelt der geprüfte Fischer, denn „Gott weiß alles, die Nachbarn aber noch mehr“. Wobei er dabei auf manches lustige „Festl“ in und um die Hütte am Weiher anspielt.

Schon hat er dort eine Feuerstelle, ein Faßlhaus, eine Biotoilette mit einem Zwei-Kammersystem und eine Wasserleitung angelegt. Gern vergibt er aber auch seinen „Lieblingsplatz“ an Familien oder Fotographen.

Sogar die Marktbläser haben dort schon coronabedingt geprobt, der Kindergarten war drei Tage lang zu Besuch und ganz bewusst hatte das Ehepaar auch die Asylbewerber aus dem Gemeindebereich zum gemütlichen Kennenlernen dorthin eingeladen. Der alljährliche Jahresabschluss der Hahnbacher SPD-Fraktion ist mittlerweile gute Tradition und soll auch dieses Jahr wieder stattfinden.

Neun Hühner und ein Gockel haben ihren Freilauf am Weiher und die sehenswerten Rassen Holländisches und Niederrheiner Zwerghuhn, Barnevelder und Leghuhn Exchequer sind das Hobby von Elisabeth Käufl. Auch Schoßhund Paulchen kennt sie seit kurzem als seine Chefin.

Jürgen Göpfert ist zuständig für die acht Wachteln, an die 15 Zebrafinken und ein Paar Minipapageien, den Prachtrosellas. Gerne arbeitet er hier mit Hans Weiß und dessen Tierauffangstation, dem „Nest“ in Kümmersbuch zusammen.

Seine neueste Errungenschaft vom Ottmannsfelder Großbauern Dieter Dehling ist eine alte, doch gut erhaltene gelbe Telefonzelle. Nachdem sich Göpfert fünf Jahre lang darum bemüht hatte, bekam er sie im Oktober des vergangenen Jahres sogar geschenkt. In der Nord-Ost-Ecke des über 800 qm großen Areals informiert sie nun in „Wort, Bild und Präparaten“ über Tiere in und um den Weiher.

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Dort erwarten einen ein präparierter Karpfen und ein Hecht, auch eine Wachtel mit Eiern sowie ein Fasan. Schaukästen mit Schmetterlingen, Bienen, Maikäfer und der Abdruck eines versteinerten Fisches aus dem Nachlass des Hahnbacher Schulbedarfs von Heinz Schödl schmücken den auffälligen Kubus, der sogar noch ein altes Telefon aufweist.

„Ein Jeder darf sich alles gern anschauen“ betont Jürgen Göpfert. „Allergisch reagiere ich nur auf Müll und Hundekot“ setzte er hinzu. „Denn ein Mülleimer und eine eigene Hundetoilette sind ja extra vorhanden.“

Fotos von heute, 12.02.2021, vormittags

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