Hahnbach feiert am Sonntag, 25. Juli, das Patrozinium der Pfarrkirche St. Jakobus

Auch dieses Jahr feiert Hahnbach wieder das Patrozinium seiner Pfarrkirche, welche dem Apostel Jakobus Major, dem Älteren, geweiht ist

Allerdings gilt dieses Jahr als besonderes Jakobsjahr, da der 25. Juli, also der Festtag des Heiligen, auf einen Sonntag fällt. Aus diesem Grund haben sich bereits im Vorfeld weltweit über 250 Jakobus-Pfarrgemeinden verständigt. Auf eine spanische Initiative hin gehen die nun überall angefertigten Jakobusteppiche zurück.

Zwar ist die Vorlage gleich, doch die Ausgestaltung ist frei. Da werden in einer Gemeinde bunte Blumen gehäkelt, in einer anderen wird das Motiv aus farbigem Sand, aber in den meisten – und auch in Hahnbach - aus bunten Blumenblättern gelegt. Dankenswerterweise haben die örtlichen Obst- und Gartenbauverein sich dieser Aufgabe angenommen.

Ihre Größe verdankt die Hahnbacher Pfarrkirche, welche zu den bedeutendsten spätgotischen Kirchenbauten der Oberpfalz zählt, einmal dem Handelsreichtum an der Goldenen Straße, welche im 14. Jahrhundert mit Kaiser Karl IV. erblühte und 1430 zum Baubeginn führte. Aber auch und nicht zuletzt ihrer Station auf dem Jakobusweg ins spanische Santiago de Compostella.

Im Mittelalter war dieser Heilige, dessen Name wohl „Jahwe, also Gott, möge schützen“ bedeutet, einer der beliebtesten Apostel überhaupt. In der Kirche erzählen große Deckengemälde von seinem Leben. Nach der „Acta Sanctuorum“ einer weit verbreiteten Legendensammlung über das Leben zahlreicher Heiliger, hat der Amberger Maler Johann Michael Wild diese 1755 gemalt.

Zwar hat man im 19. Jahrhundert die hochwertigen Fresken in Seccomalerei überarbeitet, doch konnte diese Schicht bei den jüngsten Renovierungsarbeiten von 2002 bis 2010 wieder entfernt werden. Die erfindungsreich komponierten Bilder erzählen vom Leben, Martyrium und manchen Wundern des Heiligen.

Schnell klar wird dem Betrachter der reiche Fischzug am See Genezareth, auch die Verklärung Jesu, der Petrus, Johannes und Jakobus beiwohnten. Ein weiteres Fresko, bei dem Teufel oder Dämonen einen am Boden liegenden Mann ziehen, ruft aber oft schon Fragen hervor. Bei dem Opfer soll es sich um den Zauberer Hermogenes handeln, den Jakobus heilte und bekehrte.

Eine Vision des Jakobus‘, bei der die Madonna den Jakobus rief, in Saragossa eine Kirche zu bauen, ist aber wieder recht eindeutig. Auch das Martyrium unter Herodes Agrippa durch das Schwert bzw. ein Beil erzählt eines der Bilder.

Den hilfreichen Beistand des Heiligen, als „Metamoros“, Maurentöter auf einem weißen Schlachtross reitend, im Kampf gegen die Mauren, sprich Araber, zur Zeit der Reconquista, der katholischen Rückeroberung Spaniens und bei einem Schiffbruch von Pilgern feiern zwei weitere Fresken.

Das Wunder einer Totenerweckung durch Jakobus selber ist in einem östlichen Wandgemälde im Chor verewigt. Auch die Rettung vor dem Flammentod auf einem Scheiterhaufen wird dort gezeigt.

Die „Steinerweichung“ durch den Leichnam des Apostels, bei der sich ein Stein, auf den der Leichnam Jakobus‘ gelegt wurde, in einen Sarkophag, was ja übersetzt „Körperfresser“ bedeutet, verwandelte, gehört ebenso zu den Gemälden. Auch die Szene, bei der plötzlich lammfromm gewordene Stiere diesen Sarkophag zum Palast der Königin Lupa bringen, nachdem sie mit einem Kreuzeszeichen einen Drachen besiegt hatten, schildert der Bilderreigen.

Ebenso findet man verfolgte Jünger, welche einen Bestattungsort für Jakobus in Spanien suchen. Hinter ihnen bricht eine Brücke zusammen, was diese in letzter Minute vor den Feinden rettet.

Ein weiteres Wunder soll auf dem Jakobsweg passiert sein und der in Portugal omnipräsente Hahn beruft sich übrigens ebenfalls darauf. So wurde einst ein unschuldiger Pilger auf dem Jakobusweg fälschlich des Diebstahls bezichtigt und zum Tode durch den Strang verurteilt. Als dieser bereits längere Zeit am Galgen gehangen habe, sei jedoch seine Unschuld bewiesen worden.

Bitten um ein Abnehmen des scheinbar Toten und um eine Revision des Urteils beim Richter sollen bei diesem nur zur Abfuhr mit den Worten geführt haben: „Gehängt ist gehängt und tot ist tot – so sicher wie die beiden gebratenen Hühner hier auf meinem Tisch.“

Unmittelbar darauf aber erhob sich das gebratene Federvieh von der Servierplatte und flog durch die Türöffnung auf und davon. Durch dieses Wunder gewandelt, habe der Richter den Gehängten abnehmen lassen und siehe da! er lebte tatsächlich noch und erholte sich bald, um seine Pilgerreise unbelastet fortzusetzen.

Überall stellen die Bilder den Apostel gut erkennbar meist mit dem für Pilger typischen Trinkgefäß, einer Jakobsmuschel, dar und einem Pilgerstab, Umhang und Pilgerhut.

Mit diesen Requisiten feiert auch das große Altarbild die Verherrlichung des Heiligen. Dieser wird von Engel in den Himmel getragen, seine Reisekalebasse und den Pilgermantel nehmen ebenfalls die Engel dort in Gewahrsam. An seinem Sarg mit den irdischen Überresten treffen sich weltliche und kirchliche Herrscher und Beherrschte, Arme und Reiche, prunkvoll Gekleidete und fast Nackte, Alte und sogar ein Neugeborenes, um die Universalität seiner Verehrung zu bekunden.

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