Unter sachkundiger Führung „Monte Schlacko“ erkundet - Nachlese zur Besichtigung des Schlackenbergs in Rosenberg durch den KDFB-Bezirk Sulzbach-Rosenberg

Der Schlackenberg, im Volksmund „Monte Schlacko“ genannt, erinnert an die fast 150-jährige Eisenerzeugung in der Maxhütte. Die Mitglieder des Frauenbundbezirks Sulzbach-Rosenberg besichtigten die 55 Meter hohe Deponie


Unter der Überschrift „#KDFB bewegt Jung und Alt – Sanfter Tourismus – Wissenswertes rund um Schlackenberg und Maxhütte“ hatte die Bezirksvorsitzende Margarete Hirsch die KDFB-Mitglieder der neun Zweigvereine zu der Besichtigung eingeladen.

In Uwe Eger, dem Leiter des Sachgebiets Technischer Umweltschutz bei der Regierung der Oberpfalz, stand den Teilnehmerinnen ein kompetenter Informationspartner zur Verfügung

Er wartete mit einer Fülle interessanter Fakten über das größte Altlastensanierungsprojekt Bayerns auf, das 2005 begonnen und 2013 abgeschlossen wurde.

120 Jahre vorher hatte dort 1893 die Ablagerung der Abfälle aus der Eisenverhüttung begonnen. In den folgenden Jahrzehnten wurden dort alle denkbaren Produktionsrückstände aus der Stahlherstellung abgelagert - angefangen von der Schlacke über Schwefel, Teer und Öle bis hin zu Schwermetallen wie Blei und Chrom.

Deshalb war eine Sanierung und Sicherung des giftigen Maxhütte-Erbes unumgänglich. Der Hügel musste entgiftet und saniert werden, um sein Abrutschen, um Staubentwicklung und durch Regen ausgelöste Auswaschungen von Problemstoffen ins Grundwasser zu verhindern.

Gigantische Erdbewegungen waren dazu erforderlich. So mutierte die einstige graue, bedrohliche Industriedeponie zum beschaulichen Wanderparadies. Da das ölhaltige Gemisch unter den Erdschichten immer noch aktiv ist, sind immer noch Pumpen und Ölabscheider in Betrieb. Deren Funktionsweise erläuterte Eger den Besucherinnen an einem der Ölabscheider-Brunnen.  Die ölhaltige Mischung werde zu Spezialfirmen abtransportiert, die daraus Energie gewinnen.

Beim Naturlehrpfad erläuterte Eger die Biodiversitätsstrategie. Seltene Tiere und Pflanzen haben inzwischen auf dem Trockenstandort ein Zuhause gefunden. Um die Artenvielfalt von Flora und Fauna zu erhalten, setzt man auf „sanften Tourismus“. Es gilt ein strenges Wegegebot auf den insgesamt vier Kilometern Wanderpfaden. Aus dem grauen Hügel ist ein Naherholungsgebiet geworden, auf das die Region stolz sein könne.

Nach der Führung gab es auf dem Berggipfel eine von Margarete Hirsch geleitete Meditation.

Bei den biblischen Impulsen standen der Mensch und die Beziehung zu Gott im Mittelpunkt. Durch Gottes Begleitung erhält der Mensch die Fähigkeit zum Innehalten sowie zum Durch- und Aufatmen. Deshalb sei es wichtig, so Hirsch, immer wieder im Alltag kurz anzuhalten.

Als Andenken an diesen besonderen Ort verteilte Hirsch zum Abschluss Papierschmetterlinge.

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