„Besondere Menschen“ in Hahnbach (Fortsetzung), heute: Hildegard Gallitzendörfer, Vorsitzende des KDFB-Zweigvereins Hahnbach

Hildegard Gallitzendörfer mit ihrem Lebenspartner Hans Luber

Sie ist am 2. März 1955 in Trausnitz geboren.

Die Eltern hießen Alfred und Cilli Eger und hatten ganz früher einen Gemischtwarenladen. Ab 1960 waren sie die Herbergseltern auf der Burg Trausnitz. Die Mutter ist in Waldthurn geboren, der Vater geboren und wohnhaft in Trausnitz. Er hat Kaufmann in Nürnberg gelernt.

Aufgewachsen in Trausnitz, in die Realschule in Nabburg gegangen und hat einen Bruder, der aber 15 Jahre jünger war. Praktisch ist Frau Gallitzendörfer als Einzelkind aufgewachsen. Mit 18 Jahren kam sie nach München ins Erzbischöfliche Baureferat.

Ihre Kindheitserinnerungen beschreibt sie so

„Wir hatten das beste Eis in unserem Laden und mir läuft heute noch das Wasser im Mund zusammen. Da kam auch immer ein Nachbar zu uns, der nur ein Bein hatte. Er trank immer eine Cola bei uns in der Küche. Diese wollte ich immer aufmachen, um dann einen ganz, ganz kleinen Schuck davon zu nehmen.

Auch kamen immer Busse nach Trausnitz zur Burgbesichtigung. Da war ich immer dabei und übernahm gern die Führung und erzählte die Geschichte der uralten Burg. Zudem bestieg ich auch immer den Burgturm mit ihnen, in dem ja einst Friedrich, der Schöne gefangen war. Unten angekommen bekam ich immer eine Mark Trinkgeld, das war riesig!

Mit den Schulgruppen in der Jugendherberge durfte ich auch oft deren Ausflüge mitmachen.
Mit 15 habe ich oft schon alleine für bis zu 120 Kinder Abendessen gemacht.

Die erste Zigarette rauchte ich in einer Fliederhecke im Burggraben, doch man konnte von oben leider den Rauch aufsteigen sehen… Insgesamt: Nur sehr schöne Erinnerungen!!!“

Der entfernteste Urlaubsort führte mich in die Dominikanische Republik.

Ein Wendepunkt im Leben war für mich der erste Geburtstag nach meinem Unfall von 1998

Zum Engel wurden dabei für mich die Erstversorger. Dies waren eine Krankenschwester und ein Arzt, die beide vom Nachtdienst nach Hause fuhren. Dann waren da auch noch meine Kollegen von der PI Weiden, die als erste am Unfallort waren und alles regelten.

Selber konnte ich einer Freundin mit Bauchschmerzen einmal raten, keine Wärmflasche bei einer vermuteten Blinddarmentzündung aufzulegen. Dies war dann tatsächlich auch ihre Rettung.

Tragisch für mich waren die Scheidung von meinem ersten Mann und jener schlimme Unfall, da die Unfallverursacherin noch am Unfallort verstarb.

Höchste Emotionen verbinde ich mit den Geburten meiner Kinder und dem Kennenlernen meines jetzigen Lebenspartners Hans Luber.

Auch war die Arbeitszeit im Erzbischöflichen Ordinariat in München mit die schönste Zeit in meinem Leben.

Ebenso „traumhaft“ und außergewöhnlich war natürlich die Zeit als „Burgfräulein“ auf Trausnitz. Während wir unser Haus in Trausnitz bauten, musste ich mit meiner Mutter alleine in der Burg schlafen, unter all den Sachen, die wir dort lagerten. Mein Vater lag damals im Krankenhaus.

Am Nikolaustag waren wir bei Oma und Opa in Waldthurn. Sie erzählten Geschichten vom Nikolaus. Als ich mit meiner Mutter die Treppen ganz nach oben zum Rittersaal hinaufstieg, gab es wohl einen Luftzug und die dort aufgehängte Wäsche wehte leicht hin und her. Wir bekamen beide dadurch solche Angst, dass wir schnell wieder nach unten liefen und umgehend zu meinen Großeltern zurückfuhren.

Alle diese Erlebnisse waren sehr intensiv und prägend. Doch heute passiert alles oft so schnell, dass man es gar nicht so schnell verarbeiten kann, was ich bedaure.

Ich mag alles, was mit Kreativität zu tun hat. Denn seit meinen Unfall habe ich so intensive Schmerzen, dass ich mich ablenken muss, um nicht verrückt zu werden.

An, in und um Hahnbach liebe ich die Kirchweihen, die ich nicht kannte und dann vor allem die guten Bratwürste dort.

Wunderschön ist auch der Blick vom Süßer Berg auf Hahnbach und das Frohnbergfest. Ich schätze die Aktivitäten der Vereine sehr und natürlich besonders unseren Hahnbacher Zweigverein des Frauenbundes.

Belastend war bzw. ist für mich die Corona Pandemie im Land und in der Welt. Auch das ganze Kriegsgeschehen mit den vielen Menschen, die flüchten müssen, und gerade auch das Leid der Frauen, die vergewaltigt werden. Schlimm empfinde ich auch, dass so viele Menschen nicht genug zu essen haben und viel zu viele Kinder unterernährt sind. Hier größten Teils macht – und hilflos zu sein, bedrückt mich.

Oft stelle ich mir Fragen: Warum muss das alles so sein, warum trifft es viele Menschen so hart, die fürchterlich unter ihrer Krankheit leiden, denen das Schicksal wirklich übel mitspielt.

Eine Antwort kann ich darauf nicht geben, begreife aber, dass der Mensch nicht alles lenken kann, das bestimmt ein Anderer. Aber ich glaube, dass wir mit dessen Hilfe auch wieder aus der Tiefe kommen werden.

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