Der 58 jährige Münchner Kabarettist Christian Springer, den viele aus dem Fernsehen kennen, war im Kubus bei der Gesprächsreihe „Was ich denke, was ich glaube“ zu Gast

Bettina Hahn, Geschäftsführerin und pädagogische Leiterin des evangelischen Bildungswerks Oberpfalz, interviewte geschickt den vielseitig engagierten bekennenden Katholiken Christian Springer vor zahlreichem Publikum

Seine Kurzbiographie ließ bereits den heilenden Humor des „ganz lustigen Bürscherls“ erahnen. Eine Prägung erfuhr er auch in vielen Ferienwochen bei seiner Tante im Kloster und besonders durch Pater Rupert Mayer, der sich äußerst mutig für seine Überzeugung und die Armen einsetzte.

Entschieden engagiert und „nah am Leben“ gründete Springer die „Orienthelfer“, welche sich im Libanon primär für syrische Flüchtlinge einsetzt. Deren unbeschreibliche Not schilderte Springer eindringlichst.

Die dortigen 1,5 Millionen Geflohenen, die seit zehn Jahren nicht in ihre Heimat zurückkehren können, müssten unter unsäglichen Bedingungen leben. Sie machen immerhin 20 Prozent der Bevölkerung aus, in einem Land, das so groß wie Niederbayern sei. 24 Stunden in Dauerangst und unfassbarem Elend habe er dort bei seinen fast monatlichen Reisen erlebt, die ihn nicht mehr loslassen.

Diesen Zustand tatenlos zuzulassen und achselzuckend zuzusehen, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken, sei eine „Schande für die Welt“, betont Springer mit offensichtlicher Wut. Durch eine scheinheilige europäische Politik, welche Menschlichkeit und Barmherzigkeit verloren habe, habe sich damit „Europa zum größten Deppen der Welt“ gemacht.

Doch weiß Springer auch um die Ambiguität, die beiden Seiten des Menschen. Doch er vertraue auf die Kraft des Glaubens. „Ja, es lohnt sich, ein guter Mensch zu sein!“ versichert er und „Man muss etwas glauben, sonst hat man das Leben verloren!“.

„Der größte Fehler ist immer, keine Fehler machen zu wollen“ versichert er weiter und verlangt, aktiv zu werden und sich einzusetzen für die vier Freiheiten der Rede, der Religion, und der von Not und aller Angst, wie es bereits 1796 Präsident Jefferson in der Verfassung Amerikas festgelegt habe.

Angstfrei, mit grundlegenden Werten ausgestattet und ganz viel Gelassenheit solle man sich sehr wohl aufregen über Ungerechtigkeit, deren Zuschauer und all die „Gscheithaferl“. Bestes Mittel zur Entschleunigung sei gerade die Demokratie, die alle mitnehme und deshalb Zeit brauche.

Den Religionen, welche „alle Blut an den Händen haben“, riet er „auf die Menschen zuzugehen“ und allen Führungskräften „echte Hirten“ zu sein, „Verantwortung zu übernehmen“ und „Anstand vorzuleben“.

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