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Vilseck: Bekleidungshaus Propst - Waou treff ma uns? Na waou wohl, am Propst-Eck!

Das kann man heute in Vilseck noch hören. Das Propst-Eck war einfach ein Begriff, denn dort in bester Lage an der Abzweigung Bahnhofstraße-Vorstadt stand ja auch das bekannte Modehaus von Louise Propst.

Gegründet wurde es 1879. Zunächst verkauften die Vorbesitzer Lebensmittel und Textilien. Später, als Joseph Propst (1.1.1894 – 15.8.1952) seine Louise (24.10.1897 – 28.9.1988) geheiratet hatte, die aus Niederbayern stammte, konzentrierte man sich ausschließlich auf Textilien. Vom Knopf bis zum Badeanzug über Unterwäsche und Vorhänge gab es alles.

Bei Propst konnten sich die Dame und der Herr von Kopf bis Fuß einkleiden. Im Angebot waren Stoffe, Kleider, Jacken und Hüte, sowie Hosen, Hemden, Krawatten und vieles andere mehr. Hier bekam man beste Qualität und gute Beratung. Inhaberin Louise hatte in den 1950er und 1960er Jahren im Verkauf, Büro und Haushalt ständig etwa zehn Mädchen beschäftigt. Zur Familie gehörten auch die drei Kinder Elisabeth, Inge und Josef. Der Vater betrieb zusammen mit seinem Bruder Hans ein Sägewerk.

„Die auswärtigen Lehrlinge mussten die ganze Woche über im Haus wohnen und waren zum Übernachten in zwei Doppelzimmern im ersten Stock untergebracht“, weiß Gunda Rieger, geb. Englschall, zu berichten. Sie war sechs Jahre bei Propst beschäftigt. Die heute 82-Jährige war damals sehr traurig, denn selbst sie, die in Schlicht zuhause war, durfte während der Woche nicht heim. „So wuchsen wir Mädchen aber zu einer guten Gemeinschaft zusammen, die wir noch jahrelang pflegten“, erzählt sie.

„Wir bekamen bei Propst auch unser Mittagessen und zur Nachmittagspause Tee und Plätzchen. Als Louises Sohn Josef (später Lindau) ins Geschäft einstieg, unternahm die ganze Belegschaft jährlich einen Ausflug. Auch später kamen wir Frauen immer wieder zu einem sogenannten Ladnerinnen-Treffen zusammen.“

Das letzte Lehrmädchen Maria Huber, geb. Probst, berichtet: „Ich war nicht mit meiner Chefin verwandt. Deren Namen schrieb man ja in der Mitte mit „p“. Frau Propst war eine tüchtige, gerechte, jedoch strenge Lehrmeisterin. Auf ihr Äußeres legte sie großen Wert. Ungeschminkt ging sie nie aus dem Haus, und der Mittagsschlaf war ihr heilig“, erinnert sich Maria Huber.

„Gut kann ich mich noch an das Schaufenster-Dekorieren erinnern. Wir hatten ja auch eine Auslage im Bahnhofsgebäude und eine in der Piehler-Passage gemietet. Während meiner Lehrzeit von 1967 bis 1970 war nur noch Amalie Schöpf als Verkäuferin im Geschäft. Ich war neben dem Verkauf auch für die Botengänge zuständig und musste sogar die Wäsche im Propst-Garten in der Gartenstraße aufhängen. Jeden Abend um 20 Uhr musste ich nochmal kommen und die Fensterläden schließen. Das waren noch Zeiten!“

Aus Altersgründen gab Louise Propst ihr Geschäft 1971 auf. Die Kreissparkasse Amberg erwarb das Anwesen und errichtete an gleicher Stelle ein neues Sparkassengebäude, das 1973 eingeweiht wurde.

Das Lebensmittel- und Textilgeschäft von Joseph Propst in den 1930er Jahren mit Persil-Werbung im Schaufenster. Vor der Ladentüre die Eheleute Josef und Louise Propst mit einer ihrer Töchter

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Am sogenannten Propst-Eck in der Vilsecker Vorstadt stand das Bekleidungshaus von Louise Propst. Heute befindet sich dort das Sparkassen-Gebäude. Das Bild entstand 1953 und zeigt die damaligen Verkäuferinnen

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Louise Propst (vorne Mitte) beim Ladnerinnen-Treffen 1983 im Kreis ihrer damaligen Verkäuferinnen, Büroangestellten und Hausmädchen. Die Vierte von links im grünen Kleid ist Gunda Rieger

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