Troglauer kehrt nach Vilseck zurück Premiere auf Dagestein

 Im Elternhaus des Räuberhauptmanns Troglauer in Mantel herrscht große Not. Tochter Anna (Lisa Kreuz) kündigt ihren Eltern Lorenz (Alois Hofherr) und Elisabeth (Sandra Zwack) einen Gang zu ihrem Bruder Franz an

„Absolut sehenswert und sehr beeindruckend!“ So die einhellige Meinung der Premierenbesucher auf Burg Dagestein.

Mit dem unterhaltsamen und dennoch anspruchsvollen Stück ist den Verantwortlichen der Burgfestspiele nach Lola Montez 2018 ein Volltreffer gelungen. Franz Troglauer gelingt nach gut 200 Jahren ein Comeback in Vilseck. Im Bärenloch auf Dagestein war er einst gefangen gesetzt worden, und nun lebt er hier an gleicher Stelle wieder auf.

Bernhard Neumann verkörpert in der Titelrolle den Räuber, Rossdieb und Revoluzzer in bestechender Weise. Mit seiner Bande, die ihm spielerisch keinesfalls nachsteht, lehrt er der Obrigkeit das Fürchten und baldowert stets neue Untaten aus. Selbst im Käfig, als Galgenvogel von den Bauersleut‘ verspottet, bleibt er seiner revolutionären Linie treu: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – oder der Tod!“

Im Elternhaus in Mantel ist indess bei Vater Troglauer (Alois Hofherr) und Mutter (Sandra Zwack) die ganze Not der damaligen Zeit sichtbar. Tochter Anna (Lisa Kreuz) versucht noch in ihrer energischen Art, den Bruder zur Umkehr zu bewegen, doch vergeblich. Es kommt noch schlimmer. Mit Karl (Dominik Gruber) wird ein neues Bandenmitglied aufgenommen und zum Diebstahl im verhassten Bischofssitz Bamberg aufgestachelt.

Bandenmitglied Karl (Dominik Gruber, links oben) wird zum Einbruch in Bamberg gezwungen. Siegessicher reckt Troglauer (Bernhard Neumann) den gestohlenen Bischofsstab in die Luft

Die Szenen der Handlung verknüpfend, lockern Andrea Pancur und Gernot Ostermann als Bänkelsängerpaar die Tragik des Geschehens komödiantisch auf. Die dominierende Rolle hat dabei die Münchner Musikerin Andrea Pancur, die zu den verbindenden Liedtexten die passenden Melodien komponiert hatte. Mit ihrer Gitarre, ihrer Mimik und Komik gibt sie dem Regensburger Schauspielkollegen Gernot Ostermann gewissermaßen ihren Takt und Ton vor. Das kommt beim Publikum ganz besonders gut an.

Das Bänkelsängerpaar Andrea Pancur und Gernot Ostermann verknüpft die Szenen der Handlung mit lustig-derben Gesängen

Überhaupt war die Aufführung hervorragend besetzt und in die atmosphärische Kulisse der Burg Dagestein wirkungsvoll integriert worden. Kein Wunder, denn das Stück aus der Feder des Oberpfälzer Schriftstellers Bernhard Setzwein hatte die Schauspieler und Verantwortlichen aufs Höchste motiviert.

So gebührte der Dank des Stadtoberhaupts Hans-Martin Schertl in erster Linie dem Regie- und Spielleitertrio Till Rickelt, Maria Friedrich und Maria Schendzielorz, sowie allen Mitwirkenden vor und hinter der Bühne. Seine Einladung zu einer kleinen Premierenfeier im Kirwastodl nahmen alle gerne an.

Für die weiteren Aufführungen am 1., 2., 3., 7., 8., 9. und 10. Juli jeweils um 20 Uhr, Einlass 19 Uhr, sind noch Karten im Rathaus oder bei www.okticket.de und www.nt-ticket.de für 19 € erhältlich, an der Abendkasse für 23 €.

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