Ludwig Graf 80 Jahre

Ludwig Graf 80 Jahre

Ludwig Graf wurde am 11. November 1943 im Krankenhaus in Amberg geboren. Doch war sein 80-jähriges Leben alles andere als eine „Faschingsgaudi“. Denn viel Arbeit und manch harten Schicksalsschlag musste der fleißige Hahnbacher durchstehen.

Ludwig war nach Rudolf der zweitälteste Sohn von den weiteren zwei jüngeren Schwestern Gerlinde und Ingeluis der Eheleute Ludwig und Amalie Graf.

Nach seiner Schulzeit in Hahnbach, während der er sich auch als fleißiger Ministrant einbrachte, und anschließender gefragter Mithilfe in landwirtschaftlichen Betrieben, begann am 1. Februar 1958 seine dreijährige Elektrikerlehre im örtlichen Betrieb des Winkler Gust.

Dann ging es zum 18monatigen verpflichtenden Grundwehrdienst nach Neunburg vorm Wald, anschließend nach Weiden. Ab 1965 war er schließlich bis zu seinem Ruhestand 1999 lang technischer Prüfer im Siemenswerk in Amberg.

Noch während seiner Wehrdienstzeit heiratet er am 27. Juni 1964 seine Jugendliebe Erika Lautenschlager, die ihm drei Töchter und zwei Söhne schenkte. 1968 wagten die beiden auch ihren Hausbau im Kellerweg.

Immer schon war Ludwig Graf engagiert

1970 ging er freiwillig zum Katastrophenschutz, bei dem er vom Helfer bis zum Zugführer aufstieg, monatliche Übungseinheiten organisierte und leitete. Von 1978 bis Ende 1992 war er der 1. Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Hahnbach. In diese Zeit fiel 1984 „das größte Fest, das Hahnbach je gesehen hat“, mit dem er verantwortlich auch erstmals die Gock`lwiese als Festplatz eröffnete. 137 Vereine hatten sich damals mit Fahnen und Mannschaften beteiligt und der scheinbar nicht enden wollende kilometerlanger Zug ist bis heute noch vielen in Erinnerung.

Die Recherchen für die Jubiläumsfestschrift sowie ein bei einem Umzug gefundener Ariernachweis seiner Mutter sollten schließlich sein nie versiegendes Interesse an Geschichte und Genealogie wecken.

Konsequent war er 1991 auch Gründungsmitglied der „Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz“, deren stellvertretender Leiter im Landkreis er mit monatlichen Treffen über 30 Jahre lang war. Sagenhafte 33.000 Namen hat er mittlerweile in seinem Computer gespeichert und ca. 5.000 Familien dabei erfasst. Fast täglich beschäftigt er sich noch immer mit diesem für ihn bleibend faszinierenden Hobby.

Diese Leidenschaft für Geschichte bewegte auch den damaligen Bürgermeister Hans Kummert, Ludwig Graf ab dem 11. Dezember 2006 zu Hahnbachs erstem Heimatpfleger zu bestellen. Sein Einsatz für dieses Ehrenamt ließ ihn bislang 10.000 gesammelte Dias primär aus der Geschichte Hahnbachs und des Landkreises selber digitalisieren.

Am 31. Dezember 2018 legt er aus Altersgründen dieses Amt ab, doch noch immer stellt er, „dauerhaft vom Forschervirus infiziert“ nur zu gern weiter Nachforschungen über Gründe und Hintergründe von derzeitigen und einstigen Geschehnissen an, sucht in Archiven nach Belegen und freut sich „umbandig“, wenn er wieder fündig geworden ist.

Doch ein weiteres Hobby pflegte Ludwig Graf über viele Jahre hinweg: das Bergwandern. Diese Leidenschaft begann bereits 1959, als er erst 16jährig mit dem Rad zu seinem in Regensburg studierendem Bruder Rudi fuhr, um mit ihm zur ersten Bergtour in die Alpen aufzubrechen.

Auch hier war es „Liebe auf den ersten Blick“. Sommers zu Fuß und winters mit den Skiern war er ab diesem Zeitpunkt mindestens einmal im Jahr in den Bergen unterwegs.

Erst später mit dem Auto, doch anfangs mit dem Fahrrad, meisterte er zu zweit und dann später in einer kleine Gruppe manchen Gipfel. Einmal, so erzählt er, hätten sie die Räder fünf Stunden lang aufwärts geschoben, um dann bei der steilen Abfahrt durch beständiges Bremsen die Radschmiere so sehr zu erhitzen, dass „sie auf die Füße tropfte“. Unterkünfte in Bauerhöfen, Abweisungen aus übervollen Jugendherbergen und manches „Husarenstück“ mehr kann Graf davon noch berichten.

Radfahren, mittlerweile mit seinem Pedelec, war und blieb Ludwigs Lieblingssport. Über 16 Mal pilgerte er dabei unter anderem mit den Vereinskameraden der Hahnbacher Reservisten radelnd nach Altötting. Und noch heute liebt er Ausflüge mit dem Rad in Begleitung von Frau und Freunden.

Gerne erinnert er sich an weitere besondere Erlebnisse wie die Busfahrt 1960 mit dem Burschenverein zum Wandern im Steinernen Meer, die Romfahrt mit dem Männergesangsverein 1984 oder als Reiseleiter der Ausflüge der Freiwilligen Feuerwehr und in den 16 Jahren bei den Reisefreunden Hahnbach.

Fragt man seine Familie nach seinen hervorstechenden Eigenschaften, kommt sofort sein Fleiß, sein Einsatz für die große Familie, seine Sparsamkeit und nicht zuletzt sein Humor.

Ludwig Graf könnte man zusammenfassend durchaus als „rechten Stehaufmann“ bezeichnen, dessen Grundvertrauen ihn immer wieder „auf die Beine“ half und der nun mit 80 Jahren „alles a bisserl ruhiger“ angehen lassen darf.

Wir von "awz-hahnbach.de" gratulieren recht herzlich und wünschen dem Jubilar alles Gute, Gesundheit und Gottessegen.

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