Zu Füßen des heiligen Berges der Hahnbacher ist ein neuer Ortsteil entstanden, mit Zuwanderern sogar bis aus dem Fernen Osten

Das Baugebiet West am Fuße des Frohnberges in Hahnbach

Wer zwanzig Jahre fern war von Hahnbach, und dann zum Frohnbergfest wieder einmal heimkehrt, wird aus dem Staunen nicht heraus kommen. Der Frohnberg hat sich zwar nicht verändert und die Festwoche nur wenig. .

Dort, wo einst Äcker und Wiesen waren, stehen nun moderne Häuser, haben vor allem Familien ihren Platz zum Leben gefunden. Ahornstraße, Buchenweg, Wacholderweg, es sind durchwegs „grüne“ Namen, die die Marktgemeinde für die neue Siedlung zu Füßen des Frohnberges gewählt hat.

Bunt wie die Straßennamen ist der Baustil der Häuser, unterschiedlich die Grundstücksgrößen, die Zahl der Stockwerke, die Gestaltung der Gärten, Vorplätze und Garagen.

„Der Bedarf war da“, begründet Bürgermeister Bernhard Lindner die Erschließung dieses neuen Baugebietes im Jahr 2016

Im heutigen Wacholderweg seien dreißig Parzellen in der Größe von 500 bis 700 Quadratmetern angeboten worden und „gingen weg wie die warmen Semmeln“.

Daraufhin, so Lindner, habe der Marktgemeinderat im März 2018 beschlossen, die Erweiterung mit West IV und V mit zusätzlichen 75 Parzellen auf den Weg zu bringen.

Den Zinsanstieg und die Einschnitte bei der Eigenheimförderung nannte der Bürgermeister als Ursache dafür, dass die Warteliste derzeit von weit über einhundert Interessenten auf knapp dreißig geschrumpft sei. Dem stünden momentan noch zwölf freie Parzellen gegenüber.

In nicht einmal zehn Jahren hat sich die bisherige Frohnbergsiedlung um das neue Gebiet Hahnbach West total verändert

75 Häuser sind bisher gebaut worden, weitere werden nach der Bauverpflichtung innerhalb von drei Jahren folgen.

In die Wege und Straßen mit den Namen von Bäumen ist Leben eingezogen. Kinder spielen in den Gärten oder auf den Spielplätzen, Mütter mit Kinderwagen sind unterwegs, Hunde bellen, Katzen dösen in der Sonne.

Und die Bewohner dieser schmucken Häuser, sind es Hahnbacher oder von auswärts Zugezogene?

„Sowohl als auch“, ist die Antwort des Bürgermeisters. In manch Hahnbacher Familie seien die Kinder groß geworden, hätten geheiratet, eine Familie gegründet. „Da lag es nahe, sich was Eigenes zu schaffen, mit mehr Platz und nach modernen Gesichtspunkten gestaltet“.

Auf der anderen Seite, so Lindner, hätten sich auch Auswärtige um einen Bauplatz beworben, aus den unterschiedlichsten Beweggründen. Ein Arbeitsplatz in Hahnbach oder Umgebung sei ein Argument, auch das preisgünstige Bauen, die landschaftlich reizvolle Umgebung und das beschaulichere Leben weit weg von der Großstadt mit all ihren Problemen.

So ist also die Marktgemeinde mit der Entwicklung im neuen Ortsteil rundum zufrieden. Sind es auch die neuen Bewohner?

Oberpfalz-Medien hat gefragt und hat Antworten bekommen.

Sophia (29) und Christian Neiswirth (35) haben ihr Traumgrundstück bekommen

Ganz oben am Buchenweg 15 mit freiem Blick auf den Frohnberg, der, so bestätigt der Bürgermeister, frei bleiben wird. Die beiden, Diplom-Ingenieur und Marketing-Expertin, waren durch Studium und Beruf in mehreren europäischen Ländern unterwegs, bis der Wunsch nach einem gemeinsamen Zuhause immer größer wurde.

Für Christian, in Süß geboren und aufgewachsen, fühlte sich der Bau eines Hauses in Hahnbach gut an, die Ingolstädterin Sophia war und ist begeistert. „Unfassbar schön ist es hier in Hahnbach“, schwärmt sie, genießt die Nachbarschaft von Freunden, rühmt die Sicherheit eines kleine Ortes, das Miteinander, die Beschaulichkeit und sagt: „Man ist hier keine Nummer“.

Im Juni 2022 war der Spatenstich für ihr Haus, im März 2023 sind Christian und Sophia eingezogen. Dazwischen feierten sie ihre Hochzeit im September 2022.

Von einem besonderen kommenden Ereignis spricht das Baby-Bettchen im Wohnraum des Hauses: Ende Mai wird ihr Töchterchen zur Welt kommen. Dass damit neben Freuden auch Pflichten auf das junge Paar zukommen schreckt die beiden nicht. „Mein wöchentlicher Knülle 05-Männer-Stammtisch beim „Paulersen“ wird auch dann drin sein“, ist Christian Neiswirth zuversichtlich.

Auch Singles, junge Frauen und Männer, haben sich für ein Haus in diesem Neubaugebiet entschieden

Christoph Utz (46) suchte eigentlich nach einer Eigentumswohnung

Beim Vergleich der Kosten schien ihm ein Haus dann aber die bessere Alternative. Der Hahnbacher erstand ein 600 Quadratmeter-Grundstück, begann mit dem Rohbau Anfang 2021 und konnte bereits im Sommer in sein Haus am Schlehenweg 11 einziehen.

Auf eineinhalb Etagen hat er sich nach seinen Wünschen eingerichtet, genießt Terrasse und Garten und die Vorteile der modernen Technik, zum Beispiel einer Wärmepumpe. „Mit der Gemeinde ist alles super gelaufen“, lobt Christoph, „auch mit der Finanzierung hatte ich dank staatlicher Hilfsprogramme eine gute Zeit erwischt“.

Dass er nun als Single alleinverantwortlich ist für Haus und Garten ist die andere Seite: „Die Arbeit reißt nicht ab“, schildert er seinen Feierabend, der dem Arbeitstag in einer Weidener Firma folgt.

Jens Rothemund: „Hier ist vieles so, wie ich es aus meiner Kindheit noch kenne“

Spektakulär ist die Geschichte der Familie Rothemund am Wacholderweg 5. Jens Rothemund (41), seine Frau Amanda und der Sohn Mario (9) kamen aus der Millionenstadt Guangzhou im Süden Chinas in die 5000 Einwohner-Gemeinde Hahnbach und haben zu Füßen des Frohnbergs ihre neue Heimat gefunden.

Jens Rothemund ist in der Nähe von Stuttgart in einem ebenfalls kleinen Ort aufgewachsen, ging aber von Berufs wegen für viele Jahre nach China. Dort traf er nicht nur seine spätere Frau, sondern auch den Geschäftsführer einer Hahnbacher Firma, der an einem guten Mitarbeiter interessiert war. Man wurde sich einig, Familie Rothemund bezog ein Ferienhaus in Kümmersbuch, Jens nahm seine Arbeit in Hahnbach auf.

Der Bau eines eigenen Hauses wurde im Frühjahr 2017 begonnen und im Dezember beendet.

„In sieben Jahren sind wir Hahnbacher geworden“ , sagt Jens Rothemund, und ist mit seinem Ort, dem Umfeld und den gebotenen Einrichtungen zufrieden. Sohn Mario hat seine Freunde in der Siedlung gefunden, die vor sechs Jahren geborene Jana besucht den Kindergarten.

„Hier ist vieles so, wie ich es aus meiner Kindheit noch kenne“, freut sich der Familienvater. Die Großstadt, gar die chinesische, vermisst er nicht.

Das Baugebiet West in Zahlen

  • 75 Häuser sind gebaut, weitere folgen
  • Für 12 freie Parzellen gibt es 30 Interessenten
  • Der aktuelle Quadratmeterpreis (incl. Erschließung und Vermessung) beträgt 164 €
  • Die amtliche Einwohnerzahl Hahnbachs ist von 4917 im Jahr 2016 auf 5057 in 2022 gestiegen.
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