Nachlese, März 2025: Pfarrer Hannes Schott begeistert beim "Kirchbarett"

"Kirchbarett" mit Pfarrer Hannes Schott

Zum „Kirchbarett“ hatte die evangelische Gemeinde Ammersricht-Hirschau in die Auferstehungskirche eingeladen. Vor fast vollen Kirchenbänken betonte der Hirschauer Pfarrer Stefan Fischer, dass „Lachen in die Kirche gehört“. Deshalb freue er sich, Pfarrer Hannes Schott, den „bekanntesten und coolsten Pfarrer“ der Landeskirche begrüßen zu dürfen.

Gerd Hennecke, der Sulzbacher Kirchenmusikdirektor, eröffnete an der Orgel mit lachenden Stakkati die unterhaltsamen 90 Minuten.

Gleich eingangs stellte Schott als Oberfranke fest, dass es auch bei seiner Kurzliturgie dialektal mit den Oberpfälzern viel Gemeinsames gebe. Während es im Fränkischen „Grüß Gott - Allmächt – passt scho - Ade“ heiße, übersetze man in Amberg gleichwertig mit „Grüß Gott – um Gott‘s Wüll’n – Hmm – Pfiat de“.

Schott gelang es hervorragend immer wieder das Publikum einzubeziehen. Bei seinen umgetexteten Liedern, die Hennecke neben ihm am E-Piano begleitete, sangen alle bereitwillig, lautstark und fröhlich die Refrains mit.

Da wurde aus „Aber bitte mit Sahne“ ein „Darauf bitte ein Amen“. Leonhard Cohens „Halleluja“, Udo Jürgens „Vielen Dank für die Blumen“ reihten sich ein in „Weißt du wieviel Autos schleichen?“ zu „Osternächte sind lang“. Auch sein „dunkles Geheimnis“, nämlich Fan von Howard Carpendale zu sein, offenbarte er.

Mit Wuschelperücke und charakteristischen Handbewegungen präsentierte er „Fremde oder Freunde“, was er mit „die Antwort weiß nur das Christuskind“ um- und weiterdichtete

Mit witzigem Erlebtem, Gehörtem, Erdachtem und Aufgeschnapptem plädierte Schott für eine fröhliche, tolerante, engagierte und ökumenische Gemeinde.

Seinen Zugang zur Kirche hätten einst Krippenspiele eröffnet, gesteht er. Dort erlebte er als „Heiliger Drei-König“ mit einem Blumentopfturban und auch als Heiliger Josef „echt gute Stimmung in einem vollen Gotteshaus“. Danach sehne sich nicht nur er.

Doch vielen ginge es wahrscheinlich wie ihm, dem „vermeintlich Unsportlichen“, der erst durch eigenes Praktizieren gemerkt habe, wie gut es tut. Viele wüssten gar nicht, „was sie ohne Kirche verpassen“. Dabei sei er überzeugt, dass ein JedeR zutiefst religiös sei. Auch mit seinem Buch wünsche er sich, dass man bewusst auch den ganz sicher humorvollen Jesus erfahre und „raus aus dem toten Winkel“ komme.

Engagiert sprach er sich gegen Klischees einer immer ernsthaften und ernsten Kirche aus. Er betonte, dass gerade Humor Machtstrukturen entthrone und wie der Glaube „erlösend“ wirken kann. So habe er auch noch nie „von oben“ Einschränkungen erfahren, nicht einmal bei seinen Schunkel- und Schlagergottesdiensten.

Zum Schluss ging man mit „Der Himmel is scho dunkl worn“ auseinander. Starker Applaus und lachende Gesichter dankten Pfarrer Hannes Schott für die gute herzerfrischende, ja effektiv „erlösende“ Stunde.

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