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Vilseck: Stadtkapelle Josef Gutmann - Der „Schwank“, ein Original

Unvergessen ist in Vilseck Stadtkapellmeister Josef Gutmann. Als Schwank, so sein Spitzname, war er weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt.

Josef (Sepp) Gutmann war Musiker mit Leib und Seele, ein Könner und Idealist. Als Nachfolger von Kapellmeister Georg Gnan (Fickerlschneider) übernahm er 1950 dessen Blaskapelle und nannte sie fortan Stadtkapelle Vilseck. 1955 wurde Gutmann zum Stadtkapellmeister ernannt und erhielt 760 DM im Jahr, was aber laut eigener Aussage ein Draufzahlgeschäft war.

Sein ehemaliger Trompeter Helmut Wolf aus Sorghof erzählt:

„Sepp liebte die Musik über alles und war ein Organisator erster Güte. Der Titel Stadtkapellmeister gefiel ihm sehr; auf ihn legte er großen Wert. Mein Vater Josef Wolf (Klarinette), mein Bruder Hans (Klarinette) und ich (Trompete) gehörten zu den Stammspielern der Kapelle. Wir hatten zu dieser Zeit auch eine eigene Band, die Tanzkapelle Wolf. Sepp kam deshalb oft zu uns und sagte: "Ich brauch eng alle drei!" Wenn größere Feste oder Veranstaltungen anstanden, holte er sich auch Musiker aus Weiden, Weiherhammer und Sulzbach hinzu.

Die Stadtkapelle war gut beschäftigt. Wiederkehrende Auftritte waren: Zapfenstreich und Weckruf an Fronleichnam, Weihnachts- und Neujahrsanblasen, Standkonzerte an den Sonn- und Feiertagen im Mai, Spielen beim Kirchenzug und am Kriegerdenkmal am Heldengedenktag. Daneben waren Jubiläumsfeste, Einweihungen, Faschingsvergnügungen und Ständchen zu spielen.

Für jeden Einsatz bekamen die Musikanten einen kleinen Obolus. Das Repertoire bestand nicht nur aus Märschen, Polkas und Walzern, nein, es reichte von bekannten Konzertstücken wie Heinzelmännchens Wachtparade und Münchnerkindl-Walzer bis zur Overtüre der Leichten Kavallerie.

Proben fanden nur selten statt, denn der Schwank setzte von seinen Leuten große musikalische Fähigkeiten voraus. So kam 1967 auch der Bayerische Rundfunk nach Vilseck und machte im Kolpingsaal Archivaufnahmen, die oft im Radio zu hören waren.

Josef Gutmann scharte auch Kinder und Jugendliche um sich, lernte ihnen das Musizieren und Marschieren. Leider hielt der Nachwuchs meist nicht lange durch, und so blieb nur ein Stamm von etwa 12 bis 15 Musikanten übrig.

Sepp war ein Vilsecker Original. Sein Schuhgeschäft in der Grabenstraße war für ihn eher nebensächlich. In erster Linie war das die Aufgabe seiner Frau. Nur die Schuhe holte er persönlich aus Pirmasens, und die Verkaufspreise legte er selber fest. Viele Anekdoten gäbe es darüber zu erzählen, denn der Schwank war oft auch etwas chaotisch – und dennoch ein Genie.“

1961 kündigte er aus gesundheitlichen Gründen den Vertrag mit der Stadt Vilseck. Endgültig Schluss war dann im Frühjahr 1968.

Stadtrat Adolf Kaiser gründete 1967 die Knabenkapelle, die dann die musikalischen Aufgaben in Vilseck übernahm. Josef Gutmann starb am 2. November 1984 im Alter von 76 Jahren.

Bei besonderen Anlässen präsentierten sich die Musikanten ganz in weiß, wie hier 1960 beim Festzug zum 75-jährigen Bestehen des Veteranen- und Kriegervereins Vilseck

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Josef Gutmann mit seiner Stadtkapelle 1967 auf dem Kirchplatz beim 60-jährigen Priesterjubiläum des Geistlichen Rats Josef Hösl

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Helmut Wolf aus Sorghof erinnert sich gern an die Zeit mit Stadtkapellmeister Josef Gutmann

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