Vilseck: Die Vilsecker Stadttore - „Das Vilstor“ - Neue Serie!!!

Das Vilstor, auch Weihertor genannt, war einst das Haupttor der Vilsecker Stadtbefestigung. Im Volksmund wird es noch heute „Alte Apotheke“ genannt

Eine neue fünfteilige Serie im Turmblick soll uns die Stadttore von Vilseck näherbringen. Dabei geht es um die Türme und Tore der einstigen Stadtbefestigung, die mit dem Bau der Stadtmauer 1332-1380 entstanden sind.

In grauer Vorzeit zog sich um die Vilsecker Stadtmauer ein Stadtgraben, der ganz mit Wasser angefüllt werden konnte. An der Stadtmauer, die auf einer Länge von 940 Metern den Ortskern umschloss, konnte man um die ganze Stadt herumgehen. Ein hölzerner Wehrgang bot dazu Schutz auch vor Witterungseinflüssen.

In die Stadtmauer waren insgesamt 17 Türme und Bastionen (Halbtürme) eingebaut, die meist nur von der Mauer aus zugänglich waren. Leider sind davon nur noch vier in den Archiven aufgeführt.

Das Vilstor, später Weihertor genannt, war damals das Haupttor

Es grenzte an das ehemalige Burghaus. Durch dieses wichtige Tor führte auf einer Brücke die Straße von Bamberg über Auerbach in die Stadt.

Um Vilseck noch besser vor den Hussiten und anderen Feinden schützen zu können, wurde 1430 der Stadtweiher angelegt. Somit war das Vilstor nicht mehr von Nutzen. Es diente von da ab nur mehr als Verteidigungsturm und später zur Aufbewahrung des Pulvers, weshalb der Turm dann den Namen Pulverturm erhielt.

Das Vilstor wurde 1436 zugemauert. Übrig blieb lediglich ein kleiner Durchgang für Fußgänger, der heute noch besteht.

Seit Ende des 17. Jahrhunderts gibt das Vilstor der dann angebauten Pflegamtswohnung einen schlossähnlichen Charakter.

1832 bezog die Stadtapotheke im Turm ihr Domizil. Seit dieser Zeit wird das Gebäude in Vilseck nur noch die „Alte Apotheke“ genannt.

Als der Stadtweiher in den 1920er Jahren wieder trockengelegt und die Vils begradigt wurde, senkte sich der Turm. Er bekam Sprünge und Risse. Deshalb ließ der Apotheker Otto Eckstein 1932 an der Außenseite eine Stützmauer aus Ziegelsteinen aufführen.

An der Nordwest-Seite des Turms sind zwei Wappenschilde zu sehen. Eines trägt das Wappen des Hochstifts Bamberg und das andere das des Fürstbischofs Lamprecht von Brunn.

Das hochstiftliche Wappen mit dem Bamberger Löwen ist das Ur-Wappen der Stadt Vilseck und hat eine große Bedeutung. Es besagt nämlich, dass damit die Stadterhebung Vilsecks besiegelt war.

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