Vilsecker Störchlein vom Schicksal gebeutelt - Asyl in Tierauffangstation Kümmersbuch

Das verunglückte Vilsecker Störchlein ist bei Hans Weiß in der Tierauffangstation Kümmersbuch über den Winter gut aufgehoben

Noch so jung, und schon so viel mitgemacht! Die Rede ist vom Vilsecker Störchlein, dem ersten Storchenkind, das auf dem neu errichteten Horst auf dem Malzhaus-Kamin am 11. Mai zur Welt kam.

Bereits neun Tage später musste die junge Storchenfamilie den schweren Tornado „Emmelinde“ überstehen. Das gelang den dreien, und so führten sie etwa vier Wochen lang ein glückliches Dasein.

Anfang Juni jedoch wollten weitere Artgenossen den Vilsecker Störchen ihr Nest streitig machen, und es kam zu einem heftigen Gerangel. Nach diesem unheilvollen Besuch wurde der Storchenvater nicht mehr gesehen, und die Mutter musste ihr Einzelkind alleine großziehen.

Aber es kam noch schlimmer. Das kleine, ziemlich verängstige Störchlein, von der Mutter tagelang zum Fliegen aufgefordert, verunglückte am 20. Juli bei einem Flugversuch in den Vilsauen. Mit gebrochenem Bein fanden es Mitglieder der Anglergemeinschaft und brachten es zur Tierauffangstation nach Kümmersbuch. Hier wurde der junge Storch gut verarztet und seither von Hans Weiß bestens gepflegt und versorgt.

„Der Fuß ist inzwischen wieder heil, aber einen Flug in den Süden würde der Kleine nicht schaffen“, meint der engagierte Tierschützer. Hans Weiß hatte Anfang Juni einen toten Storch in der Nähe von Hahnbach gefunden, war sich aber nicht sicher, ob es sich dabei um den Vilsecker Storch, also den Vater des verunglückten Störchleins, handelte. „Zeitlich könnte es hinkommen“ , vermutet Weiß.

Der einsame, zurückgebliebene Jungstorch darf nun in Kümmersbuch überwintern. Dann wird man sehen, was das Schicksal für ihn bereithält. Vielleicht wird er nächstes Jahr zum Glückspilz und findet wieder in seine Heimatstadt Vilseck zurück.

  • Aufrufe: 181
AWZ-HAHNBACH