Vilseck: Nach dem Ende der Serie „Alte Geschäfte“ geht es nun mit den alten Vilsecker Gasthäusern weiter

Der Festzug zum 50-jährigen Werkvolk-Jubiläum führte 1951 auch am „Gasthof zum Schwan“ vorbei


In der einstigen Mühlstraße, jetzt Bahnhofstraße, befand sich der „Gasthof zum Schwan“ mit Fremdenzimmern, Biergarten, Kegelbahn, Schlachthaus, Metzgerei und Laden. Besitzer war Josef Galler (1890-1960). Seine fleißige, gutmütige Frau Elisabeth (1893-1959) stammte aus Lichtenfels. Sie hatte in Küche, Wirtshaus und Laden viel zu tun. Ein ehemaliger Rino-Lehrling erinnert sich noch, dass er auf der Schwane jeden Tag Wurstsemmeln zu je 30 Pfenning für die Belegschaft holen musste und immer freundlich bedient wurde.

Die Eheleute Josef und Elisabeth Galler betrieben in der Mühlstraße den „Gasthof zum Schwan“ mit Biergarten, Kegelbahn, Fremdenzimmern, Schlachthaus, Metzgerei und Verkaufsladen

Die Schwane, wie sie kurz genannt wurde, war auch bei den Amerikanern sehr beliebt. Hier wurde gerne und bis spät in die Nacht hinein gezecht. So erzählen ältere Vilsecker auch noch von der einen oder anderen tätlichen Auseinandersetzung im Wirtshaus. In Erinnerung ist auch noch die Schwanerwirts-Franzi, Franziska Prösl, aus Weiherhammer, die als „Mädchen für Alles“ zum lebenden Inventar des Hauses gehörte.

Da die Eheleute Galler keine Nachkommen hatten, adoptierten sie Gunda Galler (1947-2004), die Tochter von Josef Gallers Neffe Adolf aus Sorghof. Nach dem frühen Tod der Wirtsleute war das Gasthaus noch einige Zeit lang an Inge Dietrich verpachtet, bis es Adoptivtochter Gunda und ihr Mann Franz Bühler übernahmen.

Nach dem Abriss der alten Schwane ließ Familie Bühler an gleicher Stelle ein neues Gebäude errichten

1970 wurde die alte Schwane abgerissen, weil sich eine Renovierung des inzwischen 100 Jahre alten Hauses nicht mehr lohnte. Es entstand ein moderner Flachbau mit Gaststätte und Fremdenzimmern.

Die Wirtsleute Bühler stellten den Gastbetrieb auf der Schwane um 1990 schließlich ein und betrieben nur noch das angegliederte Bettenhaus. In die Kegelbahn wurden nach Abzug der Sportkegler Mietwohnungen eingebaut. Die Gastwirtschaft beherbergte später noch ein griechisches Restaurant und diente danach verschiedenen amerikanischen Kirchengemeinden als Gottesdienstraum.

Noch eine Anmerkung zur Historie des Gasthauses


Das eigentliche Gasthaus „Zum Schwan“ befand sich früher auf dem Marktplatz, wo jetzt das Volksbank-Gebäude steht. Als 1864 ein Großfeuer viele Häuser am Marktplatz einäscherte, fiel auch das Schwanenwirtshaus den Flammen zum Opfer.

Der Besitzer war seinerzeit der Gastwirt Lotta, der diesen Gasthof 1843 vom vorherigen Schwanenwirt Andreas Hammer gekauft hatte. Die Brandstätten von diesem Gasthaus und weiteren drei Häusern wurden vom Staat aufgekauft, der dann an dieser Stelle das Forstamtsgebäude errichtete.

Gastwirt Lotta erbaute in der Mühlstraße, außerhalb der damaligen Stadtmauer, im Jahre 1865 den neuen Gasthof „Zum Schwan“. Wann das Haus in den Besitz der Familie Galler gelangte, kann nicht mehr festgestellt werden.

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